Alle Beiträge von Brigitta Winkelried

Rückblick auf 2021

Das Jahr 2021 verbinde ich mit vielen positiven Erlebnissen. Eine grosse Enttäuschung gab es gleichwohl. Was das war und noch viel mehr erzähle ich dir hier.

Februar

Die Lesung meines Krimis «Der Tote im Wolfspelz», die in Münster am 2. März hätte stattfinden sollen, fiel dem Lockdown zum Opfer. Als Ersatz habe ich mit der Leiterin der Regionalbibliothek Obergoms, Eveline Imoberdorf, einen Biblio-Talk gedreht und veröffentlich.

Biblio-Talk als Ersatz für die abgesagte Veranstaltung vom 7. März 2021

Endfassung

Nach der Weihnachtspause arbeitete ich an der Endfassung meines dritten Krimis «Die Vergeltung des Engels». Schon Wochen zuvor hatte ich dank meinem Lektor gegen vierzig Prozent meines Textes gestrichen und die notwendigen, umfangreichen Anpassungen vorgenommen. Mein Lektor und ich gingen ein letztes Mal das Manuskript durch.

Irgendwann sieht man nicht mehr, was man am eigenen Werk verbessern könnte. Anfang April ging das Manuskript an den Verlag.

März – Webseite

Jetzt hiess es monatelang warten, bis das Werk druckreif zu haben war.  Mein Coach riet mir, eine Schreibpause zu machen. Da ich kein Mensch bin, der untätig herumsitzen kann, kam ich auf die Idee , die ich schon vor drei Jahren hatte: Eine Webseite musste her. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutete, wie das gemacht wird. Heute weiss ich: Das Erstellen einer Webseite ist mit viel Arbeit verbunden – wie das Schreiben eines Krimis. Aber Arbeit habe ich noch nie gescheut. Viele Erfahrungen reicher ging meine Webseite am 16. März online.

Das Logo und die Widgets auf meiner Webseite sind heute nicht mehr die gleichen. Das aktuelle Logo zeigt mein Familienwappen.

Blog?

Eine Webseite war mir zu statisch. Ich wollte regelmässig etwas Kreatives für meinen Webauftritt machen, am liebsten zusammen mit meinem Hobby Filmen, für das ich früher, als ich Vollzeit gearbeitet habe, nie Zeit hatte. Was ein Blog ist, wusste ich nicht genau. Ich stellte mir das als eine Art Tagebuch vor und schaute mir Beispiele dazu an. Meinen ersten Beitrag habe ich am 23. März hochgeladen. Ein Text mit Video und Fotos. Mittlerweile sind es siebzehn Blogbeiträge im 2021 geworden. Hier die «Hitparade» mit den meisten Aufrufen:

1. Festtags-Menü,

2. Buchtaufe ZAP Brig,

3. Krimi-Tag Solothurn.

Zu allen Blogs drehe ich Videos, die ich auf meinem YouTube-Kanal hochlade und im Blog-Text einbette.

September

Bevor mir mein Verlag schrieb, wann mein dritter Krimi erscheinen würde, erhielt ich am 13. September ein Mail in einer ganz anderen, sehr erfreulichen Angelegenheit: Mein zweiter Krimi «Der Tote im Wolfspelz» erscheine ab sofort in zweiter Auflage! Was bedeutet das konkret? Der Krimi ist bis dahin über 1000-mal verkauft worden. Von Leuten wie du, von Touristinnen und Touristen, von Leuten aus nah und fern. Toll! Danke!

November – Dezember

Gleich dreimal durfte ich vor Publikum meine Krimis vorstellen. Es waren wunderbare Anlässe mit interessierten, ja sogar begeisterten Leserinnen und Lesern. Zuerst am 4. November am Multimedia-Festival BergBuchBrig den Krimi «Der Tote im Wolfspelz». Den eigens dazu erstellten Buchtrailer, den ich dort gezeigt habe, ist seither auf meiner Webseite unter dem Menüpunkt «Krimis» zu finden.

Knapp einen Monat später, am 2. Dezember, ging die Buchtaufe meines Krimis «Die Vergeltung des Engels» über die Bühne und drei Tage später stellte ich ihn am Krimi-Tag in Solothurn vor.

Videos

Im Video erzähle ich, was in meinem Autorinnen-Leben letztes Jahr alles geschehen ist. Ausserdem erfährst du, was ich für 2022 plane. Viel Spass beim Zuschauen.

Laufzeit: 5 Minuten

Werbevideos

Im letzten Jahr habe ich zwei Sportler kennengelernt, die mir sehr sympathisch sind, und die sich spontan für ein Werbevideo zur Verfügung gestellt haben.

Im August war das Skirennfahrer Ramon Zenhäusern. Ein Auszug aus dem Video, das ich für die Buchtaufe im Dezember gedreht habe, siehst du hier gleich anschliessend.

Skirennfahrer Ramon Zenhäusern im Fitnesszentrum

Im November traf ich den Gommer Biathleten Benjamin Weger am Geschinersee. Warum gerade dort? Weger stammt aus Geschinen und der See und seine Umgebung kommen in meinem dritten Krimi vor. Die Temperaturen eiskalt, der See zugefroren, eine Nebeldecke lag über dem Gommer Hochtal. Warum gerade an jenem Tag? Weger hatte keinen anderen Termin mehr frei gehabt. Das Video, das ich gedreht habe, soll für den Krimi-Abend in Münster vom 3. Februar 2022 werben.

am Geschinersee im November

Laufzeit: 3:28 Minuten

Auf dem Plakat, das ich für den Krimi-Abend gestaltet habe, sieht man den Hinweis auf das Video mit Benjamin Weger.

Festtags-Menü exklusiv

Ich habe mir Gedanken gemacht, womit ich dir, liebe Leserin, lieber Leser, zu Weihnachten eine Freude machen könnte. Es sollte etwas sein, dass dir und deinen Lieben einen Genuss verschafft, den sie noch nie erlebt haben.

Ich dachte mir, ein Rezept könnte das bewirken. Ein Rezept, dass ich seit Jahrzehnten zur Weihnachtszeit koche, Gäste fragen mich dann immer nach dem Rezept, so unvergleichlich schmeckte es ihnen.

Du kannst das Menü Stunden vor dem Essen zubereiten. Wenn die Gäste kommen, musst du nicht in der Küche stehen, denn du kannst gemütlich beim Apéro sitzen bleiben und dich an den Gesprächen beteiligen.

Hier findest du gleich anschliessend zwei Videos, die zeigen, wie ich das Menü zubereitet habe. Das Rezept zum Ausdrucken findest du hier gleich anschliessend.

Laufzeit: 7:40

Wer mag, kann Reis zum Schweinsfilet im Teig servieren. Ich persönlich bevorzuge den Salat als alleinige Beilage, weil der Blätterteig schon viele sättigende Kohlenhydrate enthält.

Aufgepasst: Im Video nehme ich für die Füllung gleich die doppelte Menge von drei Zutaten , weil ich die so liebe. Deshalb wir mein Filet dicker als ich im Rezept geschrieben habe. Was das für Konsequenzen hat, siehst du im Video. Viel Spass!

Als Nachspeise serviere ich gerne exotische Früchte in einer deliziösen Orangenfruchtsauce. Wer mag, gibt eine Glace-Kugel dazu.

Laufzeit: 3:46

Hier die Rezepte zum Herunterladen und ausdrucken:

Krimi-Tag in Solothurn

Krimiautoren gegen Gewalt
Sonntag, 5. Dezember 2021, 10.30 Uhr

Es war das erste Mal, dass ich in der Deutschschweiz vor Publikum lesen durfte: für eine kleine Schriftstellerin aus der Provinz eine grosse Ehre. Um nicht erst kurz vor Beginn des Events aus dem Wallis anzureisen, habe ich ein Zimmer im Hotel La Couronne in Solothurn gebucht.

Das Wetter zeigte sich auf dem Weg zum Hotel von der garstigen Seite: Wind und Regen peitschten durch die Strassen und Gassen. Wir, mein Mann und ich, haben es trotzdem genossen, durch die barocke Altstadt zu flanieren und in einem Café sitzend die Passanten zu beobachten, die nach Geschenken für die Liebsten suchten.

Abends sassen wir an einem Fenster des Hotelrestaurants. Die Kellnerinnen und Kellner bedienten uns charmant und herzlich. Selten wurden wir von einem so gut organisierten Team bedient. An den Wänden hingen Fotos von Frauen, die so inszeniert waren, als sässen sie als Adlige einem Hofmaler Modell. Sehenswert!

Das Hotel hatte für uns das schönste Zimmer reserviert. Dort, drei Stockwerke höher, genossen wir später die Junior Suite mit Sofa, Chaise longue und dem wunderbaren Bett. Aus dem Ballsaal zwei Stockwerke unter uns, wo der Ball einer Studentenvereinigung stattfand, hörten wir weder Musik noch sonstige Geräusche.

Am nächsten Morgen traf ich in der Bar à Vin auf die anderen Autorinnen und Autoren. Christof Gasser, der den Anlass organisiert hatte, erklärte uns den Ablauf der Lesungen. Jeder hätte zehn Minuten Zeit zu lesen, die Zeit würde er mit der Stoppuhr messen. Am Anfang würde er zwei, drei Minuten Fragen an die Vorlesenden stellen. Vier Autorinnen und ein Autor plus der Moderator Christof Gasser würden je aus einem ihrer Krimis vorlesen.

Ein Blick in den Ballsaal, wo der Anlass stattfinden sollte, war enttäuschend: Nur die Hälfte der Stühle war besetzt. War es, weil der Eintritt nur mit gültigem Covid-Zertifikat möglich war? Waren einige aus Angst vor Ansteckungen dem Event fernblieben? Schwer zu sagen.

Laufzeit: 3:45

Einblicke in den Anlass mit allen Autorinnnen und Autoren liefert dir das Video, das ich dazu gemacht habe. Ich muss vorausschicken: Ich sass hinter den Vorlesenden und filmte von dort mit meinem Handy. Was ich aus den Aufnahmen gemacht habe, siehst du im folgenden Video.

Laufzeit: 3:52

Die Fragen von Christof Gasser, meine Antworten darauf und welche Ausschnitte aus dem Krimi ich gelesen habe, kannst du hier gleich anhören. Ich habe diese Audio-Datei mit meinem Handy aufgenommen, das hinter mir beim Sofa lag.

https://brigitta-winkelried.com/wp-content/uploads/2021/12/mene-Lesung-am-Krimi-Tag-2021-1.mp3
Eventuell musst du die Lautstärke etwas höher wählen.

Tatort Goms 2 – Buchtaufe in der ZAP Brig

Es war ein tolles Gefühl, nach monatelanger Arbeit mein neues Werk «Die Vergeltung des Engels» in der ZAP Brig vorzustellen. Bis zuletzt habe ich gezittert, ob die Veranstaltung möglich sein würde. In den Tagen vorher stieg die Zahl der Corona-Infizierten dramatisch an. Niemand wusste, was Staats- oder Bundesrat beschliessen würden. Lockdown oder nicht? Zum Glück war die Schweiz legerer als Österreich.

Die Besucher mussten während der Vernissage Masken tragen. Von denjenigen, die sich nicht angemeldet hatten, musste die ZAP wegen dem Contact Tracing zuerst die Daten erfassen. Deshalb begann die Buchtaufe mit zehn Minuten Verspätung. Die Musiker verkürzten Gotts-sei-Dank das Warten auf den Start der Vorstellung mit einem Song.

Samuel Werner und Tony Eggel von der Band Remember

Aus den vielen Eindrücken der Vernissage meines dritten Krimis gebe ich hier eine kleine Auswahl wieder:

Es war ein schöner, abwechslungsreicher Anlass. Um die vierzig Leute hatten sich trotz steigenden Pandemiezahlen in die Buchhandlung ZAP Brig gewagt. Es hätten rund die Hälfte mehr sein können, aber einige wurden krank, wieder andere wollte sich keinem Risiko einer Corona-Ansteckung aussetzen und blieben deshalb der Veranstaltung fern.

Laufzeit: 3:41

Das Feedback der Anwesenden war äusserst positiv und sehr schmeichelhaft für mich. Es hat allen Zuschauern so richtig Spass gemacht, in jeder Hinsicht. Das spannende Gespräch mit Reinhard Eyer liess keinen Zuhörer kalt. Die Songs «Kriminaltango» und «Der Mörder ist immer der Gärtner» haben die Musiker Tony Eggel und Samuel Werner – beide von der Band Remember – speziell für die Buchvernissage eingeübt. Passend zum Krimi. Einmalig!

Ich selber habe drei Videos zum Buch gezeigt: eines über die Hauptfiguren und die Schauplätze & Tatorte, die im Krimi vorkommen und einen Buchtrailer. Die monatelange Filmerei und Schnittarbeit hat sich gelohnt.

Allen, die da waren, ein herzliches Dankeschön. Dass ihr da wart. Und für das tolle Feedback. Merci!

BergBuchBrig & ich

Während fünf Tagen sorgt das Multimedia Festival im ZeughausKultur in Glis für eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen. Die Vielfalt der Produktionen rund um das Thema Berge sind aussergewöhnlich. Gegen sechzig Veranstaltungen standen auf dem Programm. Eine davon war die Buchvorstellung meines zweiten Krimis “Der Tote im Wolfspelz” am Mittwoch um 15 Uhr.

Laufzeit: 4:16 Minuten

Ein Cognac vor meiner Aufführung

Noch nie stand ich auf einer solch großen Bühne. Im Bistro habe ich mich vorgängig mit einem Gläschen Cognac auf normale Pulsschläge gebracht.  Danach brauchte ich kein Wangenrouge mehr. 😊 Es war ungewohnt für mich: Das Mikrofon nah vor dem Mund, die Scheinwerfer grell auf mich und meinen Moderator Reinhard Eyer gerichtet, konnte ich von den Zuschauern nichts erkennen. Blinde Dunkelheit. Nicht einmal schemenhaft konnte ich jemand ausmachen, sehen, ob da uns jemand zusah.

Hier kannst du die ersten Minuten des Gesprächs mit Moderator Reinhard Eyer und mir sehen. Wir konnten erst mit zehn Minuten Verspätung beginnen, und hatten entsprechend weniger Zeit für unser Buchvorstellung.

Die Verbindungsbahn

Am Festival geht es um Berge und es geht um Multimedia. Das habe ich wörtlich genommen und drei kurze Videos gezeigt. Darunter ein Buchtrailer, der das Hauptthema des Krimis deutlich machte. Den Trailer findest du hier: Laufzeit 2:16 Minuten. Wegen der Verbindungsbahn zwischen Riederalp und Belalp kommt es zum Mord. Warum und wer den Bauleiter der Bahn umbringt, erschließt sich dir erst, wenn du den Krimis liest.

Wolf

Natürlich geht es auch um den Wolf, das verspricht ja schon der Titel. Für das Überleben der Tourismusdestination Aletscharena ist klar die Verbindungsbahn viel wichtiger. Die Geschichte und ihre Figuren sind geprägt vom Spannungsfeld zwischen Berg-Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft. Bahn und Wölfe geben schon seit Jahren Stoff für heftige Diskussionen.

Mordfall im Goms

Ihr Stil liest sich leicht. Die Geschichten, die sie schreibt, berühren mich. Nathalie Benelli ist eine Klasse für sich in der Redaktion des Walliser Boten, unserer einzigen Lokalzeitung. Als stellvertretende Chefredaktorin schultert sie jeden Tag viel Arbeit, damit die Zeitung attraktiv ist.

Quelle: RRO

Ausserdem

Wenn ich in der Kolumne «Ausserdem» des Walliser Boten sehe, dass ihr Lockenkopf mit dem zauberhaften Lächeln unterhalb des Textes zu finden ist, bin ich sicher, dass ich nach der Lektüre ein Schmunzeln nicht unterdrücken kann. Eine willkommene Prise Heiterkeit vor dem Sportteil.

Interview

Das Interview mit Frau Benelli war äusserst interessant. Ich merkte gleich, wie stark Presseleute zeitlich unter Druck stehen. Die Tagesaktualität bringt die Pläne oft durcheinander. Hut ab für die Leute, die es tagtäglich schaffen, eine tolle Zeitung herauszubringen!

Aus dem Walliser Boten:

Über mich

Ich rede nicht gerne über mich. Lieber höre ich anderen zu, was sie erzählen. Aber als Autorin habe ich gelernt, genau das zu tun: Über das, was ich tue, zu reden, auch vor der Kameralinse meines Handys. Im Video erfährst du, was mich am Genre Kriminalroman fasziniert, und um was sich meine drei Krimis drehen.

Laufzeit: 5:40

Tatort Goms 1

Mein neuer Kriminalroman spielt an verschiedenen Schauplätzen im Goms, von Fiesch aufwärts bis nach Ulrichen. Das hat einen Grund: Ich habe einen grossen Bezug zu diesem sonnenverwöhnten Hochtal.

Für mich ist wichtig, dass meine Krimis an Orten stattfinden, die es gibt, über die ich Bescheid weiß. Die Schauplätze kenne ich zwar, aber kenne ich sie so gut, dass ich über ein Verbrechen schreiben kann, dass dort passieren könnte? Ohne Recherche geht es trotzdem nicht.

Den Beitrag vorlesen lassen

https://brigitta-winkelried.com/wp-content/uploads/2021/09/Tatort-Goms-1.wav

Reckingen

Meine Kindheit verbrachte ich in Reckingen. Wir wohnten bis 1970 auf der Anhöhe – auf der «Hehji» – zwischen Reckingen und Gluringen direkt beim Bach, der aus dem Bächital herabfliesst.

Mein Bruder Franz und ich im Auto meines Patenonkels. Im Hintergrund die Gebäude, die die Lawine weggerissen hat.

Fünf nach fünf blieb die Zeit stehen

Der Weisse Tod kam in Reckingen in der Nacht auf den 24. Februar 1970, frühmorgens. Um fünf Minuten nach fünf erfasste eine gewaltige Staublawine aus dem Bächital den westlichen Teil des Dorfes und begrub 48 Menschen in sechs Wohnhäusern unter sich. 19 Verschüttete konnten in anderthalb Stunden lebend geborgen werden.

Mein Bruder Franz und ich. Im Hintergrund die Offiziersmesse, die von der Lawine mitgerissen wurde.

Wie durch ein Wunder blieb unser Haus unversehrt, abgesehen von den Sachschäden. Um das Dorf in Zukunft besser zu schützen, wurde ein Schutzdamm gebaut. Künftige Lawinen hätten direkt unser Haus getroffen. Unser Wohnhaus mit Werkstatt musste weichen. Es steht heute in Fiesch.

Im Hintergrund sieht man den Lawinenkegel. Den Skilift gibt es nicht mehr.
1. Kommunion in Reckingen. Links: Regina, die die Lawine nicht überlebt hat. Neben mir Eugen, der mehr Glück hatte.

Münster

Seit über fünfzehn Jahren sind wir regelmässig in Münster. Wir geniessen die saubere Luft, die kühlen Nächte im Sommer, und die vielen Sportmöglichkeiten, nicht zuletzt die schneesicheren Loipen im Winter.

Inspiration

Das Goms ist für mich Inspiration: Im Sommer 2018 blitzte in meinem Kopf die Idee zu einem neuen Krimi auf. Ich war am Joggen entlang des ehemaligen Militärflugplatzes und ich fragte mich: Was wäre, wenn hier eine Explosion eine junge Frau in den Tod reissen würde? Ein Mord im friedlichen Goms! 

Zwei Jahre später

Wenn du das Gefühl hast, das sei ein bisschen seltsam, was ich mir in meinem dritten Krimi «Die Vergeltung des Engels» ausgedacht habe, denke daran, dass die Sachen, die in meinem Buch vorkommen, möglich wären. Wenn ich bei der Realität geblieben wäre, hätte ich einen Kapellenführer mit dem Titel «Sakrallandschaft Goms» geschrieben oder so was ähnliches.

Video mit Aufnahmen meines Vaters

In meinem Video zu diesem Blogbeitrag sind Ausschnitte von Filmaufnahmen zu sehen, die mein Vater nach der Lawine gemacht hat. Er ist 1997 viel zu früh, mit 72 Jahren, gestorben.

Video zum Beitrag

Laufzeit: 6:50

Literatur oder Schund?


Das Interview mit einer Autorin, die Genusskrimis schreibt, hat mich auf die Idee zu diesem Blogbeitrag gebracht. Wer die besagte Dame ist, erfährst du gleich im Videobeitrag und am Schluss dieser Zeilen.

Video zum Beitrag

Laufzeit: 5:17

Die Schönheit der Sprache


Kriminalromane galten bei anspruchsvollen Lesern lange Zeit als suspekt. Den Krimis fehle die Schönheit oder Kraft der Sprache. Sie verstricken den Leser in ein Rätsel, zwingen ihn, permanent logisch mitzudenken. Das lenkt den Leser von der tiefgründigen Sprache ab.

Der erste Krimi


Es nicht eindeutig klar, wer den ersten Krimi geschrieben hat. Ein Anwärter dafür ist Edgar Allan Poes Kurzgeschichte «Der Doppelmord in der Rue Morge» von 1841. Mein erster Krimi, den ich gelesen habe, war «Der Richter und sein Henker» von Friedrich Dürrenmatt. Ich erinnere mich, weshalb ich ihn gekauft habe: Weil ein Deutschlehrer schwer krank wurde, musste ich kurzfristig für ihn einspringen. Doch was sollte ich, die ich Wirtschaftsfächer unterrichtete, mit den gelangweilten Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch außer Grammatik anfangen?

Ein Comic als Zugang zu Literatur


Damals, 1996, kam ein Comic zum Krimi von Dürrenmatt heraus. Das brachte mich auf die Idee, mit den Lernenden den Roman von Dürrenmatt zuerst als Comic und danach als Taschenbuch zu lesen. Sie waren alle bald Feuer und Flamme. Als ein Ersatz für den erkranken Lehrer gefunden wurde, gab ich die Deutschstunden wieder ab. Ich weiß nicht, ob die Lernenden nachher weiterhin gute Literatur gelesen haben.

Keiner wie der andere?


Das Grundkonzept ist seit dem Erscheinen der ersten Krimis im 19. Jahrhundert das Gleiche: Ein Mord ist geschehen und die Frage lautet «Wer hat es getan und warum?».

Bis heute wussten unzählige Autoren, das Rätsel um einen Mord immer wieder neu und spannend zu gestalten. Die große Zahl von Krimifans beweist, dass diese Art Literatur noch lange nicht am Ende ist.

Agatha Christie


Sie ist der absolute Star unter allen Krimiautoren. 66 Romane schrieb sie zwischen 1920 und 1973. Schätzungsweise soll sie weltweit über mehr als zwei Milliarden Bücher verkauft haben. Ihre Figur der schrulligen Miss Marple oder des Detektivs Hercule Poirot sind berühmt.

Und die Schweiz?

Quelle: NZZ


Friedrich Dürrenmatt zum Beispiel hat literarisch anspruchsvolle Kriminalromane geschrieben.
Bekannt wurde er mit «Der Richter und sein Henker», «Der Verdacht» oder «das Versprechen». Stellenweise mehrere Seiten lange, verschachtelte Sätze und philosophische Abhandlungen fordern die volle Konzentration beim Leser. Das ist nicht jedermanns Sache.

Heftkrimis


Viele halten Heftkrimis für Trivialliteratur. Sie seien banal, zu seicht, zu brutal. Die Auflagenzahlen der Groschenromane sind trotzdem beeindruckend. Dass man über Heftkrimis die Nase rümpft, ist Ausdruck einer Wertvorstellung, die Krimis in «gute» oder eben «schlechte» einteilt. Meiner Meinung nach, ist es wichtiger, dass Bücher oder Hefte überhaupt gelesen werden, als wenn sie zwar gekauft werden, aber dann ungelesen im Regal Staub einstauben.

Krimipreis


Dass Kriminalromane Literatur sind wie andere Romane auch, beweist der Schweizerische Krimipreis, der 2021 zum ersten Mal verliehen wird. Er steht Autorinnen und Autoren in allen Landessprachen offen. Am Samstag, 18.9.2021 wird er in Grenchen anlässlich des ersten Schweizer Krimifestivals der Schweizer Krimipreis verliehen.

https://schweizer-krimipreis.ch/

Mordmotive

Jetzt halt dich – geborgen in der Sicherheit deines Sessels – fest! 

Ein amerikanischer Evolutionspsychologe will folgendes herausgefunden haben: 91 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen haben sich mindestens einmal im Leben plastisch vorgestellt, einen störenden Mitmenschen umzubringen! Vielleicht haben die sich sogar ausgemalt, auf welche Weise sie das machen würden.

Video zum Beitrag

Laufzeit: 6:56

Ob erschlagen, erdrosselt, erstochen oder vergiftet – welche Motive verleiten Menschen zum Mord? Ich beschränke mich hier auf drei:

Neid

Im biblischen Paradies ging es langweilig zu, bis die Schlange Eva verführte. Es war die Schlange, die das Böse in den Garten Eden trug und die Menschheitsgeschichte in Gang setzte. Deshalb kam es zum ersten Mord. Kain, der Ackerbauer, erschlug Abel, den Hirten, – aus Neid. Gott hatte dessen Opfer vorgezogen. Laut Bibel war Kain der erste Mörder, nachdem die Menschen aus dem Paradies vertrieben worden sind. Das Gefühl, das besitzen zu wollen, was andere bereits haben, ist ein klassisches Mordmotiv.

In meinem zweiten Krimi «Der Tote im Wolfspelz» ist Neid das Tatmotiv für den ersten Mord, verbunden mit dem Streben nach Geld, Macht und Einfluss.

Rachsucht

In meinem dritten Krimi «Die Vergeltung des Engels», der im November erscheinen wird, geht es um Rache. In den griechischen Sagen fallen viele Figuren der Rache zum Opfer. Achilles zum Beispiel rächt sich während des Trojanischen Krieges an Hektor, dem ältesten Sohn des Königs von Troja. Nach seinem Sieg schleift er ihn sieben Mal um die Stadtmauern.

Eifersucht

Die Liebe kann grausam sein. Othello erschlägt seine Frau Desdemona in rasender, aber ungerechtfertigterer Eifersucht.

Das Motiv für einen Mord herauszufinden, ist ein wichtiger Teil der Ermittlungsarbeit, um den Täter ausfindig zu machen.  

Wie wird der Täter ermittelt?

Die Ermittlungen bzw. die spätere Beweisführung laufen wie folgt ab: Wer hat Was, Wann, Wie, Warum und Womit getan?

Mit der realen Ermittlungsarbeit kann man das, was in Filmen und Büchern präsentiert wird, nicht vergleichen. Es wäre alles andere als spannend. Viel mehr Figuren wären nötig. Die meiste Zeit würden die Fahnder im Büro sitzen und die Ermittlungen würden viel länger dauern als für die Sendezeit oder für die Seiten eines Buches zur Verfügung steht.

Interview

Im Video werden die Mordmotive und weitere Themen angesprochen. Im Interview gaben mir die Krimiautorinnen Christine Bonvin und Regine Frei Antwort auf meine Fragen. Ihnen danke ich herzlich.

Du sollst nicht morden!

Mord ist eine schlimme Straftat. Das vorsätzliche Töten eines anderen Menschen aus niedrigen Beweggründen ist eine heimtückische, grausame Tat. Das steht ausser Zweifel.

Als Krimiautorin befasse ich mit zwangsläufig mit der Frage, auf welche Art jemand umgebracht werden kann, denn in einem Krimi ist bei einem Mordfall stets die Todesart von Interesse. Wie kommen die Opfer ums Leben?

Was ich jetzt schreibe, mag brutal erscheinen. Wem davor graust, liest besser nicht weiter, dürfte aber auch keinen Krimi mehr schauen oder lesen.

Video zum Beitrag

Laufzeit 4:10

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, jemanden ins Jenseits zu befördern. Einfach ist es nicht. Ich könnte es auf jeden Fall nie und nimmer.

Peng!

Das Opfer greift sich ans Herz, fällt tödlich verletzt rückwärts zu Boden, eine Blutlache breitet sich aus. Womit wurde geschossen? Pistole, Gewehr, Schrotflinte? Die Spuren in der Umgebung und an der Leiche werden gesichert. Die Form der Wunde verrät dem Rechtsmediziner, aus welcher Entfernung der Mörder den Schuss abgegeben hat.

Wamm! Stumpfe Gewalt

Der Täter haut dem Opfer eins über den Schädel. Knochen brechen, Blutgefässe platzen. Besonders empfindlich reagiert das Gehirn auf diese Form der Gewalt: Bewusstseinstrübungen, Hirnprellung – ein Zustand, der nachweisbare Schädigungen des Gehirns umfasst und mit manchmal längerer Bewusstlosigkeit verknüpft ist. Oder noch schwerer: ein Schädelhirntrauma. Das führt unweigerlich zum Hirntod.

Tsschh! Scharfe Gewalt

Klingen führen zu Stichverletzungen oder/ und Schnittverletzungen. In jeder Küche hat es genügend Messer, die zur Verfügung stehen. Stichverletzungen deuten meist auf einen Angriff hin. Wer Suizid begeht, schneidet sich zwar ins eigene Fleisch, sticht aber nicht zu.

Zisch! Der Stromtod

Axt oder Beil, der Stromtod in der Badewanne (Föhn) das ist ein geradezu klassisches Krimi-Motiv. Ob der Föhn zufällig ins Wasser gefallen ist oder hineingeworfen wurde? Und wenn ja, von wem? Selbsttötung oder Mord?

Ein weiteres Beispiel: In manchen Actionfilmen kann man sehen, wie der Held den Bösewicht besiegt, indem er ihm zwei Stromkabel auf den Leib presst.

Brr! Der Kältetod

Die schwere Eisentür schliesst sich. Der Mann ist in der Kühlkammer gefangen, isoliert von der Aussenwelt, ohne Handy-Empfang. Wenn der Mörder sich vorsieht, hinterlässt er keine Spuren an der Tür der Kältekammer. Der Erste, der etwas in der Kältekammer holen will, findet nur noch einen leblosen Körper.

Pfff! Feuertod

Ein anonymer Anrufer meldet der Polizei eine Explosion. Die Feuerwehr, zum Löschen eines Holzdepots einer Schreinerei gerufen, findet im Schutt des Gebäudes Überreste eines menschlichen Körpers. Hat das Opfer beim Einsetzen des Brandes noch gelebt, war also das Feuer die Todesursache? Ist der Brand durch einen Unfall entstanden? Oder war der Mensch schon tot, bevor er verbrannte? Liegt womöglich ein Gewaltverbrechen vor, das das Feuer vertuschen sollte?

Chhh! Ersticken

Der habgierige Enkel drückt der reichen Oma im Schlaf das Kissen auf das Gesicht. Der Oma geht der Sauerstoff aus, ihr Gehirn fällt aus.

…! Gift

Der Mann verdreht theatralisch die Augen, zuckt krampfhaft und fällt schliesslich vornüber. So kommt es in Krimis vor. Tatsächlich ist es nicht so: Die wenigsten Gifte strecken einen Menschen von einer Sekunde zur anderen nieder.

Klebstreifen

Letzte Woche wurde ein Doppelmörder vom Zürcher Obergericht zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Täter hatte kaltblütig zwei Leben ausgelöscht: Er klebte seinen Opfern Mund und Nase zu, sodass sie bei vollem Bewusstsein erstickten.

Ich denke, dass du deine Krimis weiterhin lesen willst, nachdem du diesen Beitrag gelesen hast. Vielleicht liest du deine Lieblingskrimis sogar noch einmal.