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BergBuchBrig & ich

Während fünf Tagen sorgt das Multimedia Festival im ZeughausKultur in Glis für eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen. Die Vielfalt der Produktionen rund um das Thema Berge sind aussergewöhnlich. Gegen sechzig Veranstaltungen standen auf dem Programm. Eine davon war die Buchvorstellung meines zweiten Krimis “Der Tote im Wolfspelz” am Mittwoch um 15 Uhr.

Laufzeit: 4:16 Minuten

Ein Cognac vor meiner Aufführung

Noch nie stand ich auf einer solch großen Bühne. Im Bistro habe ich mich vorgängig mit einem Gläschen Cognac auf normale Pulsschläge gebracht.  Danach brauchte ich kein Wangenrouge mehr. Es war ungewohnt für mich: Das Mikrofon nah vor dem Mund, die Scheinwerfer grell auf mich und meinen Moderator Reinhard Eyer gerichtet, konnte ich von den Zuschauern nichts erkennen. Blinde Dunkelheit. Nicht einmal schemenhaft konnte ich jemand ausmachen, sehen, ob da uns jemand zusah.

Hier kannst du die ersten Minuten des Gesprächs mit Moderator Reinhard Eyer und mir sehen. Wir konnten erst mit zehn Minuten Verspätung beginnen, und hatten entsprechend weniger Zeit für unser Buchvorstellung.

Die Verbindungsbahn

Am Festival geht es um Berge und es geht um Multimedia. Das habe ich wörtlich genommen und drei kurze Videos gezeigt. Darunter ein Buchtrailer, der das Hauptthema des Krimis deutlich machte. Den Trailer findest du hier: Laufzeit 2:16 Minuten. Wegen der Verbindungsbahn zwischen Riederalp und Belalp kommt es zum Mord. Warum und wer den Bauleiter der Bahn umbringt, erschließt sich dir erst, wenn du den Krimis liest.

Wolf

Natürlich geht es auch um den Wolf, das verspricht ja schon der Titel. Für das Überleben der Tourismusdestination Aletscharena ist klar die Verbindungsbahn viel wichtiger. Die Geschichte und ihre Figuren sind geprägt vom Spannungsfeld zwischen Berg-Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft. Bahn und Wölfe geben schon seit Jahren Stoff für heftige Diskussionen.

Die Macht von Cover und Titel

Die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Buch übersiehst, ist 99 %! Warum das so ist, erkläre ich dir gleich.

Coverbild

Je nach Verlag haben Autoren beim Cover mehr, weniger oder gar kein Mitspracherecht. Bei meinem Verlag konnte ich sehr viel mitbestimmen. Die Fotos auf meinen Covers habe ich selber gemacht. Die Grafiker des Verlags haben dann aus den Bildern das Beste herausgeholt.

Ich möchte dir zeigen, warum ich mich bei meinen Krimis für das jeweilige Coverbild und den Titel entschieden habe. Ich habe zudem ein paar Leute gefragt, wie sie die Titelseite meiner Krimis empfinden, welche Gefühle das Coverbild in ihnen weckt.

Vier Männer waren bereit, mit mir das Video zu drehen. Laufzeit 7:42

Die Qual der Wahl

Und jetzt erkläre ich dir zuerst, warum ein Buch zu 99 % übersehen werden kann. In einer Buchhandlung oder online bist du mit zigtausenden Büchern konfrontiert. Meistens hast du Schwierigkeiten, dich zwischen all den Büchern zu entscheiden. Du löst das Problem dadurch, dass du auf dein «schnelles» Gehirn zurückgreifst, auf die emotionalen Mechanismen, die dir eine rasche Auswahl ermöglichen. Damit bist du in der Lage, in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung zu treffen.

2/3 plus 1/3 =  ?

Ich habe mal gelesen: Ob ein Buch gekauft wird oder nicht, entscheide zu rund zwei Drittel das Cover und zu knapp einem Drittel der Titel. Die restlichen wenigen Prozent mache der Inhalt aus. Kaum vorstellbar, nicht wahr? Zwei Drittel und ein Drittel gibt doch 100 Prozent! Aber im Kern stimmt die Aussage: Soll ein Buch gekauft werden, müssen Cover und Titel den Käufer ansprechen.

Kaufen ja oder nein?

Wenn du Titel und Coverbild siehst, triffst du unbewusst bereits eine emotionale Entscheidung. Nimmst du daraufhin das Buch in die Hand, so suchst du (unbewusst) nur mehr nach rationalen Argumenten, um die bereits getroffene Entscheidung zu bestätigen. Du liest den Klappentext und die erste Seite. (Ich kenne Leser, die die letzte Seite zuerst anschauen. ) Doch jetzt kann nur mehr passieren, dass das Buch an deinen Vorlieben völlig vorbeigeht. Zu 95 % wird das Buch gekauft, wenn es einmal in die Hand genommen wurde.

Buchtitel

Neben dem Coverbild hat der Titel die größte Bedeutung, damit es gekauft wird. Ein Titel sollte emotionale Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Titel kann, muss aber nicht einen Bezug zum Inhalt haben. Und er darf so noch nie verwendet worden sein, dies die Vorgabe von Verlagen.

Meine Titel

Mein erster Krimi hatte am Anfang den Titel: «Das Spiel mit den Kapseln», weil sowohl das Anti-Demenz-Medikament für die älteren Leute wie das Kokain für die Jungen von den Verbrechern in Kapselform hergestellt und verkauft werden.

In Band zwei trug der Roman am Anfang Titel wie «Mord am Bettmersee» oder «Der mit Wolf stirbt». Doch dann habe ich die Redewendung «Der Wolf im Schafspelz» in «Der Tote im Wolfspelz» umformuliert. Der Mörder kommt wie der Wolf im Schafspelz daher und das Opfer ahnt überhaupt nichts Böses. Beide definitiv gewählten Titel für Band eins und zwei nehmen Bezug auf den Inhalt des Romans.

Deine Meinung ist gefragt

Hast du dir die Titel leicht merken können? Hätten dich die anderen Titel angesprochen? Was denkst du über meine Covers, wie entscheidest du dich für oder gegen den Kauf eines Buches? Schreibe einen Kommentar, eine Nachricht auf WhatsApp oder eine E-Mail. Dankeschön.