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Schränke statt Menschen

Kennst du den Kiosk Blausee neben der Bergstation Bettmeralp im Aletschgebiet? Dieser Kiosk schliesst heute Donnerstag in einer Woche  für immer. Ein Treffpunkt für Feriengäste und Einheimische geht damit verloren. Warum dir und mir das nicht gleichgültig sein sollte, erkläre ich dir gleich.

MEHR ALS EIN KIOSK

Wenn du die Glasschiebetüren der Bergstation der Aletsch Bahnen passierst, siehst du den Kiosk sofort. Am Gebäude der Sesselbahn Blausee gegenüber steht gross in Rot geschrieben: «Kiosk, Tickets, Shop, Eingang». Frisch angekommene Gäste besuchen oft zuerst den Kiosk, bevor sie ihre Ferienwohnung oder das Hotel aufsuchen oder zu einer Wanderung aufbrechen. Selbst Hunde zieht es in den Kiosk, bekamen sie doch von der Verkäuferin C. ein Goody. 

Damit ist es endgültig vorbei.

Leute, die Auskünfte wünschten, sich wegen irgendetwas beschweren wollten oder von ihren privaten Problemen erzählen wollten, fanden in der Verkäuferin C. ein offenes Ohr. C. hörte ihnen geduldig zu. Ihr ging es nicht nur ums Verkaufen, sie schätzte den Kontakt mit den Leuten, sie sass nicht einfach nur hinter der Ladentheke und kassierte ein. C. war die gute Seele des Ladens. Nicht zuletzt wegen ihr war der Kiosk ein Treffpunkt für alle Leute.

NUR RENDITE ZÄHLT 

Der Kiosk entstand 2010  mit dem Bau der gleichnamigen Sesselbahn. Doch ab heute ist Schluss mit dem Kiosk. Viele Waren wurden in den letzten Wochen mit 50 % Rabatt verkauft, nichts mehr bestellt.  In Zukunft werden anstelle von Getränken, Zigaretten, Souvenirs, Geschenken, Zeitungen oder Büchern mietbare Skischränke angeboten. 

Der Kiosk sei defizitär, hiess es von den Aletsch Bahnen,  denen der Kiosk gehört, und jedes Jahr sei das Defizit grösser geworden. Die Konsumenten hätten ihr Verhalten geändert und würden nicht mehr im Kiosk einkaufen. Der Kiosk würde in einen Raum für Skischränke umgebaut.  Sind Skischränke  wirklich rentabler als ein Kiosk ? Wie viele Monate pro Jahr werden sie genutzt werden? Vier Monate? Von Dezember bis März? 

KIOSK ADE

 Die meisten Gäste sind  traurig über den Schliessungsentscheid, verstehen nicht, wie man einen sozialen Treffpunkt für die Rendite opfern kann. Selbst eine Petition konnte die Schliessung nicht verhindern. Hätte es nicht auch andere Lösungen gegeben anstelle der Skischränke?

NEUER KIOSK

Beispielsweise hätte man den schlecht genutzten Eingangsbereich des Kiosks  attraktiver und einladender gestalten können. Das Einkaufserlebnis im Laden selbst hätte man  mit einem moderneren Laden-Ambiente verbessern können. Da drängt sich mir der Vergleich mit dem Laden von Nathalie Kummer auf der Riederalp auf. Ihr Souvenir & Geschenke zum Alte Stall floriert. Den Kiosk Blausee in einem solchen Stil hätte dem Kiosk der Aletsch Bahnen gut angestanden. Für das Image der  Bettmeralp wäre das sehr förderlich gewesen und der Kiosk hätte möglicherweise besser rentiert.

WAS WIRD FEHLEN?

In Zukunft werden im Kiosk Blausee keine Dienstleistungen  mehr für die Menschen dort oben angeboten. Er war der einzige Laden auf Bettmeralp, in dem man nebst vielem anderem eine breite Auswahl an Taschenbüchern kaufen konnte. Auch meine Kriminalromane gehörten dazu.

Mein Buch «Der Tote im Wolfspelz» verkaufte sich im Kiosk Blausee sehr gut, wohl weil der Kriminalroman  auf der Bettmeralp spielt, aber sicher auch, weil  die Verkäuferinnen vom Kiosk  viel dazu beigetragen haben. Ihnen danke ich von ganzem Herzen. Nicht zuletzt dank ihnen ist «Der Tote im Wolfspelz» bald einmal in zweiter Auflage erschienen.

BergBuchBrig & ich

Während fünf Tagen sorgt das Multimedia Festival im ZeughausKultur in Glis für eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen. Die Vielfalt der Produktionen rund um das Thema Berge sind aussergewöhnlich. Gegen sechzig Veranstaltungen standen auf dem Programm. Eine davon war die Buchvorstellung meines zweiten Krimis „Der Tote im Wolfspelz“ am Mittwoch um 15 Uhr.

Laufzeit: 4:16 Minuten

Ein Cognac vor meiner Aufführung

Noch nie stand ich auf einer solch großen Bühne. Im Bistro habe ich mich vorgängig mit einem Gläschen Cognac auf normale Pulsschläge gebracht.  Danach brauchte ich kein Wangenrouge mehr. 😊 Es war ungewohnt für mich: Das Mikrofon nah vor dem Mund, die Scheinwerfer grell auf mich und meinen Moderator Reinhard Eyer gerichtet, konnte ich von den Zuschauern nichts erkennen. Blinde Dunkelheit. Nicht einmal schemenhaft konnte ich jemand ausmachen, sehen, ob da uns jemand zusah.

Hier kannst du die ersten Minuten des Gesprächs mit Moderator Reinhard Eyer und mir sehen. Wir konnten erst mit zehn Minuten Verspätung beginnen, und hatten entsprechend weniger Zeit für unser Buchvorstellung.

Die Verbindungsbahn

Am Festival geht es um Berge und es geht um Multimedia. Das habe ich wörtlich genommen und drei kurze Videos gezeigt. Darunter ein Buchtrailer, der das Hauptthema des Krimis deutlich machte. Den Trailer findest du hier: Laufzeit 2:16 Minuten. Wegen der Verbindungsbahn zwischen Riederalp und Belalp kommt es zum Mord. Warum und wer den Bauleiter der Bahn umbringt, erschließt sich dir erst, wenn du den Krimis liest.

Wolf

Natürlich geht es auch um den Wolf, das verspricht ja schon der Titel. Für das Überleben der Tourismusdestination Aletscharena ist klar die Verbindungsbahn viel wichtiger. Die Geschichte und ihre Figuren sind geprägt vom Spannungsfeld zwischen Berg-Tourismus, Naturschutz und Landwirtschaft. Bahn und Wölfe geben schon seit Jahren Stoff für heftige Diskussionen.