BuLa-Kurz-Krimi

Vorgelesen von der Autorin

Franz war klein und dünn. Auf seiner Nase saß eine runde Hornbrille mit Gläsern wie Flaschenböden. Kurz nach dem Mittagessen war er mit seinen Pfadfinderkollegen zum Geschinersee gelaufen: Stand Up Paddling, kurz SUP, stand auf dem Programm.

Er rückte seine Brille zurecht, um den Mann vorne im Neopren sehen zu können. Vergebens. Seine Pfadikollegen vor ihm versperrten die Sicht auf den Leiter des SUP-Kurses. Er stellte sich auf die Zehen, wandte sich nach rechts, dann nach links. Er sah einfach nur die Boards, die auf der Sandbank lagen und die nackten Füße des Leiters.

Franz zuckte mit den Schultern und nestelte an seiner Badehose herum. Warum behandelte ihn seine Mutter immer noch wie ein Kind und hatte ihm diese altmodische Badehose in seinen Pfadi-Rucksack gepackt, die vom vielen Waschen längst ihre Form verloren hatten und immer wieder von seinen Hüften zu gleiten drohten?

Er lauschte den Worten des Mannes vom Gommer Sportgeschäft, der ihnen erklärte, was sie tun sollten, um schön übers Wasser zu gleiten. Das Stand Up Paddling im Geschinersee schien nicht allzu schwierig zu sein. Verstohlen schaute er zu Wolfgang hin, der weiter vorne stand: Ein arroganter Streber. Diesmal würde er Wolfgang ausstechen. Franz verzog das Gesicht, als er sah, wie Melanie, in die er sich am ersten Tag im Bundeslager verknallt hatte, dieses Arschloch Wolfgang anlächelte.

„Auf geht‘s“, sagte der Mann im Neopren-Anzug. „Aller Anfang ist schwer.  Macht es, wie ich euch gesagt habe. Und denkt daran: Eine Abkühlung im Wasser kann auch Spaß machen. Und vergesst nicht: Ein echter Pfadi ist nicht wasserscheu.“

Endlich. Franz atmete tief durch, rannte schnell zwischen den Kollegen durch, vor zu den Boards. Wie ein Könner schob er als Erster eines ins knietiefe Wasser, fasste das Board an beiden Seiten mit den Händen an, kniete sich darauf, stellte einen Fuß nach dem anderen hin, hob langsam seinen Oberkörper auf. Mit zitternden Beinen tauchte er das Paddelblatt komplett ins Wasser und zog es in einem großen Bogen von der Spitze des Boards zum Heck. Das Board drehte sich von der Paddelseite weg, er verlor das Gleichgewicht und landete im Wasser.

Kein Gelächter? Ein Blick auf seine Freunde zeigte ihm, dass ihn niemand beachtete. Alle waren sie zu beschäftigt mit ihren Boards und hatten nicht gesehen, wie er sich blamiert hatte, und leider hatten sie auch nicht gesehen, wie elegant er aufs Board geklettert war. Dass er ins Wasser gefallen war, daran war bestimmt seine Kurzsichtigkeit schuld. Weil er eine Brille trug, war es für ihn viel schwerer auf dem Board im Gleichgewicht zu bleiben und gleichzeitig das Paddel durchs Wasser zu ziehen. Er biss die Zähne zusammen und kletterte zurück aufs Board.

Fünf Minuten später hatte er den Dreh raus. Er lächelte in sich hinein. Einige seiner Freunde hatten mehr Mühe als er. Ha, wer sagt‘s denn: Ich, der Franz, kann es mindestens so gut wie die anderen. Und erst der Wolfgang: Auf dem Board war der die reinste Lachnummer. Wenn das bloß auch Melanie sah!

Ohne dass es ihm bewusstwurde, entfernte er sich mehr und mehr Richtung dem Teil des Sees, der unter Naturschutz stand. Der See sah dort viel idyllischer aus als am See Ende mit der kleinen Sandbank, wo alle gestartet waren. Schwarze Enten mit weißen Flecken auf dem Nasenrücken schauten neugierig zu ihm hinüber. Ein Kranich flog über seinen Kopf hinweg. Plötzlich tauchte ein riesiger Fisch aus dem Wasser auf. Zu spät, um zu reagieren. Sein Paddelboard rammte das Ungetüm. Vollbremsung. Die Enten flogen blitzartig laut schnatternd davon.

Franz wusste nicht, wie ihm geschah und stürzte ins Wasser, verlor dabei seine Brille und seine Badehose, aber nicht sein Paddel. Zum Glück trug er eine Schwimmweste, vor Schreck hatte er nämlich vergessen zu schwimmen. Prustend kam er wieder nach oben, schluckte dabei eine Mundvoll Seewasser, hustete ein paar Mal und fluchte.

 Rasch schwamm er jetzt zurück zu seinem Paddelboard. Ohne Brille sah er nur schemenhafte Konturen und Farbklekse, mehr nicht. Er war halb blind. Seine Finger ertasteten etwas, das sein Board hätte sein müssen. War es aber nicht. Seine Hände lagen auf dem riesigen Bauch des Mega-Fisches, der sogar grösser war als sein Papa. Der graublaue Fisch stank fürchterlich, fühlte sich an wie ein stark aufgepumpter, unförmiger Gas-Ballon, der gleich zu platzen drohte. Igitt, igitt! Der Fisch war glitschig, wie wenn eine Kolonie Algen sich darauf festgesetzt hätte.

Scheisse! Das war kein Fisch! Das war ein Mensch! Ein Toter! Schnell ließ er die Leiche los und schwamm weg.

Jetzt muss ich cool bleiben, sagte er sich, die Kommissare im Fernsehen sehen auch cool aus, wenn sie einen Tatort betreten. Bei dem Gedanken liefen ihm die Tränen über die Wangen. Nein, er schaffte es nicht, er konnte nicht cool bleiben. Er schrie laut um Hilfe, bis ihm der Hals vom Schreien wehtat.

Sein Pfadi-Leiter rannte am Seeufer entlang, bis zu der Stelle, von wo aus er mit dem kleinen Franz reden konnte. Danach ging alles schnell.

Der Pfadi-Leiter telefonierte. Der Mann im Neopren-Anzug tauchte derweil tief ins Seewasser, um Franz Brille zu suchen. Zehn Minuten später waren Polizisten in Uniform da und sicherten die Stelle am Ufer des Geschinersees, auf der Höhe, wo die Leiche mit dem Bauch nach unten im Wasser trieb. Wie im Fernsehen, dachte Franz, der ans Ufer geschwommen und immer noch ohne Badehose war. Ein Polizist ruderte mit einem Gummi-Boot zur Fundstelle. Ein zweiter Polizist tat es ihm nach. Wenig später legten sie den Toten ins Gras neben dem Uferweg.

Franz war geblieben. Seit er wieder eine Badehose anhatte – eine modische Zweit-Badehose ausgerechnet von Wolfgang – und die Brille aufgesetzt hatte, wollte er alles mitansehen, was vor sich ging. Er fühlte sich in einen Krimi hineinversetzt.

Melanie stand wie die anderen Pfadis und ein paar Gaffer hinter der Absperrung und sahen dem Geschehen zu.

Einer der Polizisten, der keine Uniform trug und sich ihm als Kommissar Edgar Steinalper vorgestellt hatte, nahm Franz beiseite.

„Als er da vor meinem Board aufgetaucht ist, dachte ich zuerst, es wäre ein riesengroßer Fisch.“ Franz nickte zu der Leiche hin.

Da Edgar so groß und er, Franz, so klein war, setzten sie sich auf die Wiese am See. Sie redeten von Mann zu Mann. Auf einmal fühlte sich Franz wie ein Held. Dank seinem Spürsinn hatte er geholfen, einem Verbrechen auf die Spur zu kommen.

Eine Frau, viel hübscher als seine Mama, schaute sich den Toten an. Das muss wohl die Rechtsmedizinerin sein. Wie ihm Fernsehen, dachte Franz.

Die Frau redete kurz mit Edgar, der sich danach wieder neben Franz ins Gras setzte und ihm verriet, was er vermutete. Der Tote würde schon seit rund zwanzig Jahren vermisst. Nach dem Lawinenwinter 1999 hätten die Leute von Geschinen einen Lawinendamm gebaut. Dafür hätten sie Material gebraucht. Dadurch sei ein großes Loch entstanden: der heutige See. Bei den Bauarbeiten sei damals ein Arbeiter spurlos verschwunden. Man habe ihn alle die Jahre nie mehr gefunden.

Franz wollte wissen, wie es denn möglich sei, dass ein Mensch so lange im Wasser sein kann, ohne dass man ihn findet. Edgar sagte es ihm.

Ferien-Lektüre- Tipps


Ferien!!!

Endlich Zeit, um ein Buch zu lesen oder einfach nichts zu tun. Für viele die schönste Zeit des Jahres. Am Strand liegen und Faulenzen. Andere Länder, andere Sitten kennenlernen. Ein bisschen leben wie die Menschen im Süden. Mit einer Nonchalance wie sie den Tag geniessen, unbekümmert davon, was alles danach im Terminkalender steht. Diese Leichtigkeit des Seins wenigstens ein paar Tage pflegen. Der Alltag kommt nach den Ferien noch früh genug. Etwas von dem Ferien-Feeling in den Alltag hinüberretten? Gelingt meist nicht.

Lies ein Buch!

In andere Welten eintauchen geht nicht nur, wenn wir in die Ferne reisen, sondern auch zuhause, zum Beispiel mit einem Buch. Während des Jahres, wenn man arbeiten muss, sind wir oft zu müde, um ein Buch zu lesen. Ausserdem fressen uns Netflix und das Handy schon viel von unserer Freizeit weg.

Der Vorteil eines Buches gegenüber diesen Medien: So richtig ruhig und entspannt wird man am besten mit einem spannenden Buch. Man ist dann voller Konzentration, in einer anderen Welt.

Welches Buch soll ich kaufen?

Bei über 50’000 Büchern, die neu im deutschen Sprachraum jedes Jahr auf den Markt kommen, fällt die Auswahl schwer. Da dachte ich mir, ich frage mal spontan ein paar Leute, die ich in der Stadt treffe, was sie mir empfehlen würden. Es sind aber nicht alle Leute bereit, sich filmen zu lassen. Um so mehr freut es mich, dass einige dazu bereit waren. Ihre Tipps findest du im Video. Schau selbst, welche Bücher sie für die Ferien vorgeschlagen haben. Viel Spass!

Sommerlektüre aus dem Oberwallis

Wenn du gerne mit einem spannenden Krimi und einem Glas Apérol im Liegestuhl sitzt und in die Welt des Aletschgebiets oder des Goms abtauchen möchtest und wenig Grausamkeit schätzt, dem empfehle ich meine Kriminalromane.

Die Hauptfigur, Kommissar Steinalper, löst in jedem meiner Bände Fälle, die in der Region Oberwallis spielen

Bundeslager im Goms

Dieses Jahr findet vom 23. Juli bis 6. August zum ersten Mal das Schweizerische Bundeslager der Pfadfinger statt, kurz BuLa genannt. Das BuLa findet nur alle 14 Jahre statt. Das erste Mal im Goms.

30‘000 Teilnehmer werden ihre Zelte für zwei Wochen im Goms aufschlagen. Die Helfer und Betreuer sind da noch nicht mitgerechnet.

Jetzt fragst du dich vielleicht, was mich das angeht. Mein dritter Krimi «Die Vergeltung des Engels» spielt genau in dem Gebiet, in dem das BuLa sein wird. Das ist wohl auch der Grund, dass ich meinen Krimi im BuLa vorstellen darf. Voraussichtlich am 28. Juli wird es soweit sein. Dazu habe ich schon einmal einen Flyer entworfen. In der Lagerzeitung und in der BuLa-App wird meine Vorstellung erwähnt werden. Bin gespannt, wie so ein Riesen-Lager auf mich wirken wird.

Klosterfrau, Gattin, Lehrerin

Zu Besuch bei Edith Kopf zum Vorlesen


Vorlesetag

Um das Vorlesen zu fördern, wurde der «Schweizer Vorlesetag» ins Leben gerufen. In diesem Jahr fand er am 18. Mai 2022 statt. Das Vorlesen hat viele Vorteile: Es fördert die Vorstellungskraft, fördert den Wortschatz, trainiert die Konzentration usw.

Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr beim Vorlesetag mitzumachen und mindestens einer Person vorzulesen. Meine Wahl fiel auf eine Frau, die ich sehr schätze und die auf ein recht spezielles Leben zurückblicken kann: Edith Kopf, die ich nur noch selten sehe. Sie ist dieses Jahr 88 Jahre alt geworden. Sie war stets eine elegante Dame mit einem Touch Pariser Chic. Dazu gleich mehr.

Rosenkranz und Fastnachtstanz

Aus diesem Buch des Limmat Verlags, das 2004 erschienen ist, lese ich ein paar Ausschnitte aus Ediths Leben vor. Das Buch enthält dreizehn Geschichten über Frauen im Wallis. Eine dieser Geschichten erzählt das Leben von Edith Kopf. Ihre Geschichte hat mich schon bewegt, als sie mir vor vielen Jahren erzählte, dass sie zwölf Jahre lang eine Klosterfrau gewesen sei. Und auch, wie sie ihren Mann kennengelernt hat.

«Das Kloster würde ich weglassen»

Unter diesem Titel schrieb die Journalistin Susanne Perren den Text über Edith und ihr Leben, das alles andere als gradlinig war. Im Video erfährst du mehr dazu. Ich habe Edith in ihrem Zimmer in der Seniorenresidenz «Sebastian» in Glis besucht. Es war eine Freude, sie wiederzusehen und ihr aus ihrem Leben vorzulesen.

Lehrerin an der Berufsschule

Edith arbeitete ein paar Jahre an der Kaufmännischen Berufsschule in Brig. Sie unterrichtete Französisch. Die Lernenden verehrten sie. Sie tun das noch immer, auch wenn sie inzwischen Kinder und Familie haben. Mit einer Klasse reisten Edith und ich nach Paris, wo sie gearbeitet und gelebt hat. Ein paar Fotos von damals (1994) habe ich noch gefunden und im Video eingebettet.

Bei meiner Freundin Edith (88)

Fiktion oder Fakten?

Wie weit muss ein Kriminalroman die Wirklichkeit abbilden? Geht es auch ohne Fakten? Sind Recherchen nötig?

Was braucht es für einen Krimi: Fiktion oder Fakten?

Ein Krimi muss beides haben, er muss eine gute und überzeugende Mischung aus Fiktion und Fakten liefern. Die Fakten müssen bis ins Details stimmen. Oft ist Spezialwissen für den jeweiligen Kriminalfall notwendig. Weil ein Krimi vom Milieu geprägt wird, braucht es ausserdem eine Menge Hintergrundwissen.

Die Polizei- und Ermittlungsarbeit muss realistisch sein. Zu realistisch darf es aber auch wieder nicht sein. Denn sonst ist die Geschichte nicht spannend. Kriminalfälle werden zum Beispiel nicht in wenigen Tagen gelöst. Man darf von der Realität aber nur dann abweichen, wenn es einen guten Grund gibt. Zum Beispiel ist das Ergebnis einer DNA-Analyse nicht schon nach zwei, drei Tagen da. In Wirklicht bekommt man das erst nach zirka zwei Wochen. Für den Spannungsbogen eines Krimis ist das eindeutig zu lang.

Polizeiarbeit

Für die Polizeiarbeit geht es nicht ohne persönlichen Kontakte zu. Die Arbeit ist komplex und erfordert viel Erfahrung. Für mich als Berufsschullehrerin, die Wirtschaft unterrichtet hat, wäre es undenkbar, dass in meinen Krimis ein Kommissar namens Steinalper vorkommt, ohne dass ich eine Ahnung bekommen habe, wie er in meinen Kriminalfällen vorgehen soll. Ich würde liebend gern, mal in einem Kommissariat arbeiten, um den Alltag der Polizisten zu kennen. Aber das gehe leider nicht, sagte man mir vor gut drei Jahren, als ich angefragt habe. Zum Glück lernte ich einen echten Kommissar kennen, der mich unterstützt, wenn ich Fragen habe zu konkreten Ermittlungen.

Medizin

Immer wieder stosse ich an meine Grenzen, wenn es um medizinische Fragen geht, die es bei einem Kriminalfall immer gibt Wertvolle Inputs gaben mir ein paar Fachbücher zur Rechtsmedizin. Wenn es sehr konkret wird, wie in meinem dritten oder vierten Krimi durfte ich zwei Medizinerinnen meine Fragen stellen.

Fachwissen

Für Spezialgebiete finde ich immer wieder Fachleute, die ich ansprechen kann und die sich Zeit nehmen, um meine Fragen zu beantworten. In meinem zweiten Krimi brauchte ich Kenntnisse übers Tauchen, da die erste Leiche im Gebirgssee auf der Bettmeralp gefunden wird. Der Tote war mit einem Wolfsfell bedeckt. Deshalb brauchte ich Kenntnisse zur Wolfproblematik. Ein Wildhüter gab mir gerne Auskunft. Am wichtigsten für den zweiten Band «Der Tote im Wolfspelz» waren die Informationen über die Verbindungsbahn zwischen den Tourismusstationen Riederalp und Belalp.

Am Schluss des zweiten Krimis stehen die Namen meiner Informanten. Im vierten Krimi habe ich darauf verzichtet. Es waren zu viele und ich wollte ihre Persönlichkeitsrechte schützen.

Der perfekte Mord

Informationen zu einem ganz speziellen Fachgebiet brauchte ich für meinen dritten Krimi «Die Vergeltung des Engels». Die Mordanschläge sollten nahezu perfekt sein: Eine Tatwaffe auf Distanz ohne Spuren zu hinterlassen: Sprengstoff! Ich führte Interviews mit einem Sprengstoffmeister und einem Informanten aus der einzigen Sprengstofffabrik, die es in der Schweiz in Gamsen gibt.

Medium

Im dritten Krimi geht es auch um spirituelle Medien.  Da ich noch nie eine Séance bei einem Medium erlebt habe, wusste ich nicht sehr viel darüber. Zu diesem Themenbereich habe ich ein praktizierendes Medium befragt und als Gegenpol einen Fachmann, der diese Branche sehr gut kennt und ihren Angeboten äusserst kritisch gegenübersteht.

Vor Ort

Meine Krimis spielen alle an Orten, die ich und die die meisten meiner Leserinnen und Leser kennen. Und trotzdem brauchte es eine Recherche vor Ort. Gerade wenn man den Ort immer wieder sieht, schaut man ihn sich nicht mehr richtig an. Es ist mir schon vorgekommen, dass ich durch genaue Betrachtung Details entdeckt habe, die auf den ersten Blick nicht auffallen. 😊

Ostermenü für Gourmets

Heute zeige ich dir eines meiner Lieblingsmenüs. Ich koche es nicht nur für mich und meinen Mann sehr gerne, sondern auch wenn wir Gäste haben. Der Grund ist ganz einfach: Es lässt sich sehr gut vorbereiten und der Arbeitsaufwand ist bescheiden.

Bevor du dir das Video anschaust und das Rezept herunterlädst noch ein paar Hinweise:

Bei den Zutaten verwende ich gerne mehr vom Rohschinken, als dass ich im Rezept angegeben habe. Ich esse die Füllung so gerne, dass ich vom Rohschinken, stets die doppelte Menge nehme. Die Füllung allein, ohne Koteletten, ist schon sehr sättigend. Also nicht zu viele Kotletten pro Person rechnen.

Mit dem im Video gezeigten Mengen an Zutaten können mein Mann und ich zweimal davon essen. Der Aufwand fürs Kochen lohnt sich dann doppelt. Mir schmeckt das Menü am anderen Tag sogar noch besser.

Laufzeit 8 1/2 Minuten

Krimi-Abend in Münster

Die Sache mit der Projektion

Ich war gerade daran, die Lautsprecher, den Beamer und den Laptop zu verkabeln.

«Brigitta, schau mal», sagte Eveline Imoberdorf, die Leiterin der Regionalbibliothek Obergoms.

Schnell lief ich zu ihr hin. Sie stand neben einer eingerollten Projektionsleinwand, die schätzungsweise sechs Meter lang war.

«Die bekommen wir bestimmt nicht aufs Podest, wo du sitzen wirst. Die ist viel zu schwer», sagte Eveline stirnrunzelnd.

Die Leinwand war riesig und viel zu groß für die Bilder, die ich mit meinem Beamer projizieren wollte. «Welch ein Ungetüm. Nein, das geht wirklich nicht. Viel zu umständlich.»

Wir schauten uns gegenseitig an und überlegten, was wir tun könnten.

«Es geht immer was schief», sagte ich seufzend zu ihr. «Mal fehlt das Verlängerungskabel, mal findet man die Unterlagen nicht mehr. Ich habe schon alle möglichen Pannen erlebt. Vor allem beim Filmen.»

Eveline schaute mich ratlos an. «Dabei habe ich mich so gefreut, deine Videos anzuschauen.»

André, mein Lebenspartner, der sich mit der Buchhändlerin Kathrin Dietzel am Büchertisch unterhalten hatte, hatte gehört, welches Problem Eveline und ich hatten.

«Nehmt doch die weisse Wand da drüben.» Er deutete auf die weiße Fläche zwischen den zwei Fensterreihen, vor denen gelbe Vorhänge die die Fenster verdeckten.

Ich wusste sofort, dass das das mit der weissen Wand klappen würde, denn ich habe früher, als es noch keine Flachbildschirme gab, oft Filme auf unsere Wohnzimmerwand projiziert. Das Heimkino klappte damals tipptopp.

Als ich alle Geräte installiert hatte, war uns klar: Die weisse Wand war goldrichtig. Die Zuschauer konnten die Videos in guter Qualität geniessen, egal, wo sie sassen. Zudem gab mir die Lampe des Beamers genügend Licht zum Lesen. 🙂

im Alten Gemeindessaal

Knapp vor halb Acht hatte ich alles installiert und vorbereitet und war bereit. Es konnte losgehen.

Schon kamen die ersten Besucher, darunter auch Heinz Schild, der ehemalige Leiter des Regionaljournals am Radio, und seine Frau Vreni, sie waren extra aus Bern angereist. Welche ein Wiedersehen: Wir hatten uns vor über zehn Jahren auf Mallorca kennengelernt, wo die beiden mit ihrem Sohn Mike Laufwochen organisierten.

Im alten Gemeindesaal von Münster war der Platz knapp.

Immer mehr Besucher strömten durch die Tür des alten Gemeindesaals in Münster. Zusätzliche Stühle worden immer wieder geholt und hingestellt, bis der Raum keinen Platz mehr bot.

Die Masken

Alle Besuchter trugen ihre Gesichtsmasken, so wie es vorgeschrieben war. Personen, die ich sehr gut kenne, konnte ich ohne weiteres identifizieren, bei allen anderen, die ich kaum kenne, bei denen gelang mir das nicht.

Schade! Wie kann ich mir eine Person einprägen, wenn ich nur die obere Hälfte des Gesichts sehe, ihren Gesichtsausdruck aber nicht? So hatte ich keine Chance, alle diejenigen persönlich zu begrüßen, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe, oder die ich an diesem wunderbaren Abend neu kennenlernen konnte.

Die Buchvorstellung

Moderator Reinhard Eyer führte gekonnt durch den Abend. Mit seinen Fragen versuchte er, den Besuchern ein Bild von meinem dritten Krimi «Die Vergeltung des Engels» zu verschaffen.

Den Anlass habe ich angereichert mit vier Videos:

  • Vorstellung Reinhard Eyer, meinen Moderator, und mir
  • Den Hauptfiguren in meinen Krimis
  • Den Schauplätze in meinem dritten Krimi im Goms
  • Dem Buchtrailer

Das Publikum applaudierte nach jedem Video. Als ich am Ende der Veranstaltung Bücher signierte, wurden meine Videos sehr gelobt: So viel Abwechslung, so gut gemacht, so gute Musik in den Videos. Das hat mich glücklich gemacht, weil meine grosse Arbeit Anklang gefunden hatte.

Ich signierte nicht nur meine Bücher, sondern stempelte auf Wunsch den Krimi. Aus neun Stempeln konnte man auswählen. Mein Neffe hatte die Stempel mit seinem 3D-Drucker im November fabriziert.

Quiz

Hatten alle immer gut aufgepasst? Das wollte ich herausfinden. Und ja, das hatten sie. Diejenigen, die die richtige Antwort auf meine Fragen wussten, bekamen von mir eine Schachtel Pralinen geschenkt.

Was für ein wunderbarer Abend!

Geschenk überreicht von Eveline Imoberdorf

Festtags-Menü exklusiv

Ich habe mir Gedanken gemacht, womit ich dir, liebe Leserin, lieber Leser, zu Weihnachten eine Freude machen könnte. Es sollte etwas sein, dass dir und deinen Lieben einen Genuss verschafft, den sie noch nie erlebt haben.

Ich dachte mir, ein Rezept könnte das bewirken. Ein Rezept, dass ich seit Jahrzehnten zur Weihnachtszeit koche, Gäste fragen mich dann immer nach dem Rezept, so unvergleichlich schmeckte es ihnen.

Du kannst das Menü Stunden vor dem Essen zubereiten. Wenn die Gäste kommen, musst du nicht in der Küche stehen, denn du kannst gemütlich beim Apéro sitzen bleiben und dich an den Gesprächen beteiligen.

Hier findest du gleich anschliessend zwei Videos, die zeigen, wie ich das Menü zubereitet habe. Das Rezept zum Ausdrucken findest du hier gleich anschliessend.

Laufzeit: 7:40

Wer mag, kann Reis zum Schweinsfilet im Teig servieren. Ich persönlich bevorzuge den Salat als alleinige Beilage, weil der Blätterteig schon viele sättigende Kohlenhydrate enthält.

Aufgepasst: Im Video nehme ich für die Füllung gleich die doppelte Menge von drei Zutaten , weil ich die so liebe. Deshalb wir mein Filet dicker als ich im Rezept geschrieben habe. Was das für Konsequenzen hat, siehst du im Video. Viel Spass!

Als Nachspeise serviere ich gerne exotische Früchte in einer deliziösen Orangenfruchtsauce. Wer mag, gibt eine Glace-Kugel dazu.

Laufzeit: 3:46

Hier die Rezepte zum Herunterladen und ausdrucken:

Krimi-Tag in Solothurn

Krimiautoren gegen Gewalt
Sonntag, 5. Dezember 2021, 10.30 Uhr

Es war das erste Mal, dass ich in der Deutschschweiz vor Publikum lesen durfte: für eine kleine Schriftstellerin aus der Provinz eine grosse Ehre. Um nicht erst kurz vor Beginn des Events aus dem Wallis anzureisen, habe ich ein Zimmer im Hotel La Couronne in Solothurn gebucht.

Das Wetter zeigte sich auf dem Weg zum Hotel von der garstigen Seite: Wind und Regen peitschten durch die Strassen und Gassen. Wir, mein Mann und ich, haben es trotzdem genossen, durch die barocke Altstadt zu flanieren und in einem Café sitzend die Passanten zu beobachten, die nach Geschenken für die Liebsten suchten.

Abends sassen wir an einem Fenster des Hotelrestaurants. Die Kellnerinnen und Kellner bedienten uns charmant und herzlich. Selten wurden wir von einem so gut organisierten Team bedient. An den Wänden hingen Fotos von Frauen, die so inszeniert waren, als sässen sie als Adlige einem Hofmaler Modell. Sehenswert!

Das Hotel hatte für uns das schönste Zimmer reserviert. Dort, drei Stockwerke höher, genossen wir später die Junior Suite mit Sofa, Chaise longue und dem wunderbaren Bett. Aus dem Ballsaal zwei Stockwerke unter uns, wo der Ball einer Studentenvereinigung stattfand, hörten wir weder Musik noch sonstige Geräusche.

Am nächsten Morgen traf ich in der Bar à Vin auf die anderen Autorinnen und Autoren. Christof Gasser, der den Anlass organisiert hatte, erklärte uns den Ablauf der Lesungen. Jeder hätte zehn Minuten Zeit zu lesen, die Zeit würde er mit der Stoppuhr messen. Am Anfang würde er zwei, drei Minuten Fragen an die Vorlesenden stellen. Vier Autorinnen und ein Autor plus der Moderator Christof Gasser würden je aus einem ihrer Krimis vorlesen.

Ein Blick in den Ballsaal, wo der Anlass stattfinden sollte, war enttäuschend: Nur die Hälfte der Stühle war besetzt. War es, weil der Eintritt nur mit gültigem Covid-Zertifikat möglich war? Waren einige aus Angst vor Ansteckungen dem Event fernblieben? Schwer zu sagen.

Laufzeit: 3:45

Einblicke in den Anlass mit allen Autorinnnen und Autoren liefert dir das Video, das ich dazu gemacht habe. Ich muss vorausschicken: Ich sass hinter den Vorlesenden und filmte von dort mit meinem Handy. Was ich aus den Aufnahmen gemacht habe, siehst du im folgenden Video.

Laufzeit: 3:52

Die Fragen von Christof Gasser, meine Antworten darauf und welche Ausschnitte aus dem Krimi ich gelesen habe, kannst du hier gleich anhören. Ich habe diese Audio-Datei mit meinem Handy aufgenommen, das hinter mir beim Sofa lag.

Eventuell musst du die Lautstärke etwas höher wählen.

Mordfall im Goms

Ihr Stil liest sich leicht. Die Geschichten, die sie schreibt, berühren mich. Nathalie Benelli ist eine Klasse für sich in der Redaktion des Walliser Boten, unserer einzigen Lokalzeitung. Als stellvertretende Chefredaktorin schultert sie jeden Tag viel Arbeit, damit die Zeitung attraktiv ist.

Quelle: RRO

Ausserdem

Wenn ich in der Kolumne «Ausserdem» des Walliser Boten sehe, dass ihr Lockenkopf mit dem zauberhaften Lächeln unterhalb des Textes zu finden ist, bin ich sicher, dass ich nach der Lektüre ein Schmunzeln nicht unterdrücken kann. Eine willkommene Prise Heiterkeit vor dem Sportteil.

Interview

Das Interview mit Frau Benelli war äusserst interessant. Ich merkte gleich, wie stark Presseleute zeitlich unter Druck stehen. Die Tagesaktualität bringt die Pläne oft durcheinander. Hut ab für die Leute, die es tagtäglich schaffen, eine tolle Zeitung herauszubringen!

Aus dem Walliser Boten:

Über mich

Ich rede nicht gerne über mich. Lieber höre ich anderen zu, was sie erzählen. Aber als Autorin habe ich gelernt, genau das zu tun: Über das, was ich tue, zu reden, auch vor der Kameralinse meines Handys. Im Video erfährst du, was mich am Genre Kriminalroman fasziniert, und um was sich meine drei Krimis drehen.

Laufzeit: 5:40

Tatort Goms 1

Mein neuer Kriminalroman spielt an verschiedenen Schauplätzen im Goms, von Fiesch aufwärts bis nach Ulrichen. Das hat einen Grund: Ich habe einen grossen Bezug zu diesem sonnenverwöhnten Hochtal.

Für mich ist wichtig, dass meine Krimis an Orten stattfinden, die es gibt, über die ich Bescheid weiß. Die Schauplätze kenne ich zwar, aber kenne ich sie so gut, dass ich über ein Verbrechen schreiben kann, dass dort passieren könnte? Ohne Recherche geht es trotzdem nicht.

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Reckingen

Meine Kindheit verbrachte ich in Reckingen. Wir wohnten bis 1970 auf der Anhöhe – auf der «Hehji» – zwischen Reckingen und Gluringen direkt beim Bach, der aus dem Bächital herabfliesst.

Mein Bruder Franz und ich im Auto meines Patenonkels. Im Hintergrund die Gebäude, die die Lawine weggerissen hat.

Fünf nach fünf blieb die Zeit stehen

Der Weisse Tod kam in Reckingen in der Nacht auf den 24. Februar 1970, frühmorgens. Um fünf Minuten nach fünf erfasste eine gewaltige Staublawine aus dem Bächital den westlichen Teil des Dorfes und begrub 48 Menschen in sechs Wohnhäusern unter sich. 19 Verschüttete konnten in anderthalb Stunden lebend geborgen werden.

Mein Bruder Franz und ich. Im Hintergrund die Offiziersmesse, die von der Lawine mitgerissen wurde.

Wie durch ein Wunder blieb unser Haus unversehrt, abgesehen von den Sachschäden. Um das Dorf in Zukunft besser zu schützen, wurde ein Schutzdamm gebaut. Künftige Lawinen hätten direkt unser Haus getroffen. Unser Wohnhaus mit Werkstatt musste weichen. Es steht heute in Fiesch.

Im Hintergrund sieht man den Lawinenkegel. Den Skilift gibt es nicht mehr.
1. Kommunion in Reckingen. Links: Regina, die die Lawine nicht überlebt hat. Neben mir Eugen, der mehr Glück hatte.

Münster

Seit über fünfzehn Jahren sind wir regelmässig in Münster. Wir geniessen die saubere Luft, die kühlen Nächte im Sommer, und die vielen Sportmöglichkeiten, nicht zuletzt die schneesicheren Loipen im Winter.

Inspiration

Das Goms ist für mich Inspiration: Im Sommer 2018 blitzte in meinem Kopf die Idee zu einem neuen Krimi auf. Ich war am Joggen entlang des ehemaligen Militärflugplatzes und ich fragte mich: Was wäre, wenn hier eine Explosion eine junge Frau in den Tod reissen würde? Ein Mord im friedlichen Goms! 

Zwei Jahre später

Wenn du das Gefühl hast, das sei ein bisschen seltsam, was ich mir in meinem dritten Krimi «Die Vergeltung des Engels» ausgedacht habe, denke daran, dass die Sachen, die in meinem Buch vorkommen, möglich wären. Wenn ich bei der Realität geblieben wäre, hätte ich einen Kapellenführer mit dem Titel «Sakrallandschaft Goms» geschrieben oder so was ähnliches.

Video mit Aufnahmen meines Vaters

In meinem Video zu diesem Blogbeitrag sind Ausschnitte von Filmaufnahmen zu sehen, die mein Vater nach der Lawine gemacht hat. Er ist 1997 viel zu früh, mit 72 Jahren, gestorben.

Video zum Beitrag

Laufzeit: 6:50

Autorin, Bloggerin & visuelle Autorin