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Muttersprache

Jeder Mensch hat eine Muttersprache. Sie ist die Sprache, die wir spielerisch gelernt haben. Wir verbinden Sie mit Geborgenheit und engen Beziehungen mit unserem Umfeld, mit der eigenen Mutter, der Familie, dem Freundeskreis. Du hast als Kind die Sprache deiner Mutter gelernt, Grammatik oder korrekte Verbformen spielten keine Rolle. Diese Sprache beherrschen wir automatisch.

 Sprachen lernen

Alle Sprachen, die weltweit gesprochen werden, haben gemeinsame grammatikalische Prinzipien und diese Prinzipien hat jeder Mensch von Geburt an verinnerlicht. Trotzdem weiss jeder, wie schwierig und zeitaufwendig es ist, wenn man eine Fremdsprache lernen will. Für Deutschsprachige am einfachsten zu lernenden Sprachen sind: Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch und Dänisch.

Italienisch ist noch einfacher als Spanisch, sowohl in Aussprache wie Grammatik. Beides sind Sprachen, die nicht besonders schwer zu erlernen sind.

Vielsprachige Schweiz

In der Schweiz werden nicht nur die vier Landessprachen gesprochen. In den Regionen gibt es unterschiedliche Dialekte. So bereitet es den Üsserschwiizer oft grosse Mühe uns Walliser zu verstehen. Im Oberwallis, wo ich wohne, bezeichnen wir die Deutschschweizer Bevölkerung, also die restliche Schweiz, als Üsserschwiizer.

Interviews

Mein Ziel für diesen Blog war es, Menschen mit möglichst unterschiedlicher Muttersprache zu interviewen. Ich traf sie beim Einkaufen im Supermarkt, in einer Bäckerei, auf der Strasse, in der Bibliothek.

Absage

Nicht immer war ich erfolgreich, wenn ich für ein Videointerview gefragt habe. Ich hätte zum Beispiel gerne eine Frau gehabt, deren Muttersprache Persisch ist. Oder eine Friseuse, die Portugiesisch spricht. Leider waren beide Damen nicht für eine Video zu haben. Das respektiere ich. Nicht jede und jeder möchte im Internet öffentlich in Erscheinung treten.

Zusage

Immerhin haben fünf Personen mitgemacht. Mit vier unterschiedlichen Muttersprachen. Die Interviews habe ich im November 2024 durchgeführt.

Beispielsweise kamen Vietnamesisch und Albanisch drin vor.

Vietnamesisch

Vietnamesisch ist hingegen als «schwere Sprache» einzustufen. Um sich problemlos unterhalten, lesen und schreiben zu können, sind ein bis zwei Jahre konsequenten Übens nötig.

Ein Zufall brachte mich nach vielen Jahren wieder in Kontakt mit einem ehemaligen Schüler von mir, den ich an der Berufsfachschule in Brig unterrichtet hatte. In der herrlich trashig daher kommenden Polizeiserie Tschugger im Schweizer Fernsehen spielt er einen Tschugger (= einen Polizisten).

 

Albanisch

Albanisch ist nicht die einfachste Sprache für Deutschsprachige. Die Grammatik ist anders als im Deutschen, aber mit viel Üben ist es durchaus zu meistern.

Italienisch

Nino ist passionierter Fotograf mit sizilianischen Wurzeln.  Als Schamane sieht er die Welt und ihre Zusammenhänge differenzierter als ich es tue. 

Thailändisch

Ich wusste, das Angelina nicht immer in der Schweiz gelebt hat.  Aber wo überall? Dies und ihre Liebe zum Kochen verrät sie im Interview.

 

Einblick in ein Leben

Für mich war es sehr interessant, was ich nebst dem Sprachlichen über das Leben der Interviewten erfahren habe. Offen beantworteten sie Fragen zu ihrem Leben, ihrer Beziehung zur Schweiz, zu sich selbst und vieles mehr. Alle vier Personen sprachen Walliserdeutsch, welches viele Merkmale mit dem Schweizerdeutsch gemeinsam hat und im Oberwallis gesprochen wird. Es ist aber kein einheitlicher Dialekt und unterscheidet sich je nach Lautung von Dorf zu Dorf, von Tal zu Tal.

Inspiration zum Thema

Ein Kurzfilm-Wettbewerb der Schweizer AG, Professionelle Videotechnik in Schlieren, hat mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert.Die Kurzfilme durften maximal 5 Minuten dauern und sollten eine Geschichte zum Thema «Vielsprachigkeit Schweiz» erzählen.  Ich hätte schon Lust gehabt, beim Wettbewerb mitzumachen. Zum Glück hatte ich keine Zeit, denn als ich später die prämierten Filme anschaute, wusste ich, ich hätte absolut keine Chance gehabt, überhaupt in die Wertung zu kommen. Die besten Kurzfilme wurden publiziert. Sehenswert!

Walliserdeutsch – eine Sprache für sich

 

 

die fünfte Landessprache in der Schweiz

Das Walliserdeutsch ist die eigentliche fünfte Landessprache der Schweiz. Ihre Wurzeln liegen im Mittelalter. Sie wird im Oberwallis zwischen Furka und Pfynwald (Sierre) gesprochen. Es ist aber kein einheitlicher Dialekt. Mehr dazu im Video:

mein Interview mit einem Spezialisten für Walliserdeutsch

Im engen Talkessel des Wallis erhielt sich diese alte europäische Sprache bis in die Gegenwart. Für viele ist sie eine schwer verständliches Deutsch.

Das Gedicht

Das belegt folgende Episode: Mitte-Fraktionschef Philipp Mathias Bregy trug ein Gedicht auf Mundart (Walliserdeutsch) im Nationalratssaal vor – verstanden hatte niemand etwas davon. Damit wurde den Nationalräten klar, warum es keine gute Idee wäre, den Ratsbetrieb auf Dialekt umzustellen.

Das Walliserdeutsch hat sich durch den Einfluss der französisch- und italienischsprachigen Nachbarn im Laufe der Zeit verändert, wurde ein wenig schneller, weicher, melodiöser. Die Auslandwallisern, die vor gut hundert Jahren nach Amerika auszogen, behielten ihre alte Sprache.

Heute sind es gut 80’000 Oberwalliser, die zwischen Siders und Oberwald eine selbständige, auch schriftlich vorliegende Sprache praktizieren. Das Walliserdeutsch nimmt laufend neue Begriffe auf und bleibt daher höchst lebendig.

Besiedlung des Wallis durch die Alemannen:

Schon nach dem Mittag ist Abend

Bis zur Mittagsstunde sagen die Walliser zur Begrüssung «Güäten Taag», nach zwölf Uhr mittags grüsst man mit «Güäten Abend», was in den Ohren von Nichtwallisern etwas exotisch klingt. Dazu gibt es zwei Erklärungstheorien. Die eine besagt, dass es sich vermutlich um den Wunsch handelt, sich auf den näher rückenden Abend zu freuen, wenn die strengere Hälfte des Tages vorüber ist. In einer anderen Version handelt es sich um die subtile Botschaft, dass der Aperitif nähherrückt.

in Fernsehen & Radio

In den letzten Jahren haben die Oberwalliser das Deutschschweizer Fernsehen und das Radio im Sturm erobert, nicht zuletzt dank dem herben Charme ihrer prägnanten Sprache. Das Walliserdeutsch ist melodiös, vertraut und fremdartig zugleich.

Das Walliserdeutsch ist wie das Matterhorn und das Raclette ein Markenzeichen geworden.

Grüezini

Nicht immer werden die Oberwalliser von den Grüezini verstanden (gemeint sind die Bewohner nördlich des Wallis, die Deutschschweizer). Das macht den Oberwallisern Mühe. Doch wer könnte es einem «Üsserschwiizer» oder Grüezeni» ernstlich verdenken, dass er bei Ausdrücken wie Hopschil (Frosch), Langsi und Üstag (Frühling), Pfiffolter (Schmetterling) oder ämbrüüf (hinauf) und ämbri (hinab) die Waffen streckt.

In der Oberwalliser Sprachlandschaft gibt es grosse regionale, so sogar kommunale Unterschiede. So kann es vorkommen, dass es für ein und dasselbe Wort mehrere Ausdrücke gibt, je nach Tal oder Region.

Walliserdeutsch ist nicht gleich Walliserdeutsch. Wie tönt es in welchem Seitental? Und welche Wörter gibt es nur im Wallis? Kannst du die Quizfragen von SRF richtig beantworten?

Klicke auf den folgenden Link und teste dein Wissen im Quiz von SRF!

https://www.srf.ch/radio-srf-1/mundart/walliser-dialektratis-walliserdeutsch-testen-sie-ihr-wissen-im-quiz

Tschugger – die Polizisten-Serie von SRF

Die Serie «Tschugger» erzählt die Geschichte von Bax & Co. Im Spannungsfeld zwischen gemütlicher Langeweile, Dorffest-Charme und Action. Im Zentrum steht eine Zentrale der Walliser Kantonspolizei.

Die Dialekt-Krimi-Serie musste untertitelt werden, weil die Deutschschweizer Zuschauer nicht verstanden, was die Walliser Schauspieler in ihrem exotischen Dialekt von sich gaben. Für «Üsserschwiizer» ist es tatsächlich schwierig, Walliserinnen und Walliser zu verstehen.

Mein Casting für «Tschugger»

Für die zweite Staffel wurde ich am 9. August 2020 per Mail zum Casting eingeladen. Auf der Bühne des Kellertheaters Brig sollte ich verschiedene Rollen spielen, in erster Linie eine Yoga-Stunde für Schwangere leiten. Das Casting dauerte rund 25 Minuten und wurde von Johannes Raphaël Millius und Michael Kyburz (Shining Film) durchgeführt.

Ich musste nichts Spezielles mitbringen oder anziehen. Das Casting wurde für das Produktionsteam aufgezeichnet. Später entschied die Produktionsfirma, wer für einen Recall eingeladen wurde und wer nicht. Die Regie entschied sich bei meiner vorgesehenen Rolle für eine andere Kandidatin. Trotzdem: Das Casting hat mir viel Spass gemacht. Ende August erhielt ich dann die folgende Einladung für eine Statistenrolle:

Radio – zum Reinhören

Im Radio gab es kürzlich einen tollen Beitrag zum Walliserdialekt in der Sendung Mundart / Dialekt-Ratis.