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Die Sache mit den Namen

Der passende Name

Lange habe ich mir überlegt, wie denn mein Kommissar heißen sollte. In den ersten Manuskripten hieße er mal Winkler oder Winkel. Doch das schien mir zu ähnlich mit meinem Familiennamen. Dann hieß er mal Walker. Aber da schlich sich bei mir immer ein Bild von einem Haufen Käse vor mein inneres Auge, ist der Name doch bei uns eng verbunden mit einem großen Käsehersteller.

Das Bild in unserem Kopf

Warum hatte ich diese Vorstellung vom Namen Walker? Wenn du den Namen einer Person zum ersten Mal hörst oder liest, ohne die Person zu sehen oder gesprochen zu haben, dann wirst du dir ein Bild von dieser Person machen, auch wenn du das nicht willst. Jeder Name erzeugt eine Vorstellung in unserem Kopf: in jedem Kopf eine andere.

Spontan waren Inhaber von Geschäften in der Briger Innenstadt bereit beim Video mitzumachen.

Laufzeit 5:36

Stockalper?

In einer Version hieß mein Kommissar Stockalper, wie der mächtige Handelsherr des Wallis im 17. Jahrhundert, der mit dem Stockalperschloss in Brig den größten weltlichen Barockbau im Alpenraum errichten ließ. Ich fand, einem Kommissar stünde ein solch berühmter Name nicht schlecht an. Aber womöglich wäre ich mit den Nachkommen in Konflikt gekommen.

Karten

Also musste ein anderer Name her für meinen Kommissar. Ich fragte mich, woher der Name Stockalper kam, vielleicht von Stockalpe, also von einer Alp mit diesem Namen, einem Sömmerungsgebiet für das Vieh. Ich wurde auf den geografischen Karten fündig. Und gleichzeitig entdeckte ich Alpen mit dem Namen Steinalp. Ich stellte mir vor, dass das hochalpine Zonen sind, wo außer Geröll und Steinen nichts ist.

Steinalper

Auf einmal wusste ich, wie mein Kommissar heißen sollte: Steinalper. Den Namen gibt es nicht, nirgends. Er steht für einen Mann, der hart im Nehmen ist wie die Steine auf der Hochalp. Ein Mann, der charmant und höflich im Ton, aber immer hart in der Sache ist.

Lauber & Zurwerra

Neben dem Kommissar galt es, die Namen für die engsten Mitarbeiter Steinalpers zu bestimmen. Typische Walliser Namen aus der Region sollten es sein, und trotzdem durfte kein Mensch in unserer Gegend so heißen. Lauber und Zurwerra sind bei uns häufige Familiennamen. Dem langjährigen Assistenten habe ich den Namen Leon Lauber gegeben. Die Inspektorin, die in Band zwei zum Team dazu stößt, nannte ich Lara Zurwerra. Die übrigen Figuren in meinen Krimis tragen meist lokale Namen. Aber es gibt auch erfundene Namen, wie z.B. Hirschfeld in Band zwei.

Mitmachen

Einmal hielt ich eine Lesung vor einem leicht angeheiterten Publikum. Gleich mehrere Leute wollten in meinem nächsten Krimi mit ihrem Namen mitmachen. Nach dem das allgemeine Gelächter abgeebbt war, fragte ich trocken, ob sie denn lieber als Mordopfer oder als Schurke auftreten möchten.

Pseudonym?

Eine andere Namensentscheidung war schwierig für mich. Welcher Name soll in Zukunft mit meinen Krimis verbunden sein? Soll ich ein Pseudonym als Autorenname wählen oder nicht? Als Brigitta war ich getauft worden, diesen Vornamen wählte ich. Mein Familienname ist ganz okay, schien mir aber zu lang, deshalb habe ich die ersten zwei Buchstaben weggelassen. Am Telefon habe ich mich ohnehin immer so rasch gemeldet, dass die Anrufer nur noch «Winkelried» verstanden haben.  Es kam vor, dass jemand darauf antwortete: Aber ich habe doch «Imwinkelried» gewählt. Bin ich falsch verbunden?