{"id":7211,"date":"2025-06-14T14:35:48","date_gmt":"2025-06-14T12:35:48","guid":{"rendered":"https:\/\/brigitta-winkelried.com\/?p=7211"},"modified":"2025-06-14T14:36:39","modified_gmt":"2025-06-14T12:36:39","slug":"ferienliebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/brigitta-winkelried.com\/?p=7211","title":{"rendered":"Ferienliebe"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"7211\" class=\"elementor elementor-7211\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-7cc8d34e elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"7cc8d34e\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-3bb47099\" data-id=\"3bb47099\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4f7d905d elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4f7d905d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eine wahre Liebesgeschichte<\/strong><\/p><p style=\"text-align: center;\"><em>zum Selberlesen oder\u00a0<\/em><em style=\"font-size: 16px;\">Vorlesen lassen\u00a0 im Video<\/em><\/p><p><span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe class=\"youtube-player\" width=\"474\" height=\"267\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/WiH15iXBsb0?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span><\/p><p>Susi zog ihr T-Shirt aus, danach auch die Shorts. Das H\u00e4ufchen Stoff zu ihren F\u00fcssen, reckte sie die Arme hoch, um die leichte Brise, die vom Meer her wehte, in ihren verschwitzten Achselh\u00f6hlen zu sp\u00fcren. Viel Abk\u00fchlung brachte das nicht. Nur noch mit ihrem Bikini bekleidet b\u00fcckte sie sich, packte Shirt und Shorts und warf beides auf das M\u00e4uerchen, das die Stra\u00dfe vom Vorplatz des Centre Professionell de la Plong\u00e9e, der Tauschschule, trennte, rannte zum Absperrhahn der Berieselungsanlage, zog den Schlauch von ihm herunter und drehte den Hahn voll auf. Hei\u00df floss das Nass \u00fcber die Finger ihrer linken Hand, verbrannte ihr beinahe die Haut.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Wasser!<\/strong><\/p><p>Sie wartete ein paar Minuten, bis k\u00fchleres Wasser aus der Leitung floss, reckte ihren K\u00f6rper unter den Strahl, mal hin, mal her, lie\u00df das Nass \u00fcber ihr blondes Haar laufen. Wie gut sich das anf\u00fchlte.<\/p><p>Konnte sie das Bikini-Oberteil auch ausziehen? Ein Blick zu den Fenstern der B\u00fcros des Tauchzentrums best\u00e4tigte ihr, dass niemand sie beobachtete. Vermutlich waren alle mit ihren Booten weit weg auf Tauchgang.<\/p><p>Doch da! Aus dem Augenwinkel nahm sie einen Schatten hinter einem der Fenster wahr, der sich bewegte. Beobachtet jemand ihr Tun? Besser, sie beeilte sich. Sie wollte keinen \u00c4rger bekommen. Rasch zerrte sie das klatschnasse T-Shirt und die Shorts wieder \u00fcber ihren nassen K\u00f6rper, packte ihre Strandtasche und lief weg.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Der Taucher<\/strong><\/p><p>Sie sah nicht, wie ein Mann zum Absperrhahn rannte, ihn zudrehte und ihr nachblickte, bis sie hinter der n\u00e4chsten Stra\u00dfenecke verschwand. Sein Blick schweifte zum M\u00e4uerchen, wo etwas Metallenes die glei\u00dfende Mittagssonne reflektierte. Es musste aus der Tasche der Frau gefallen sein. Er ging hin, b\u00fcckte sich und hob das Ger\u00e4t hoch. Ein Kabel mit Ohrh\u00f6rern baumelte am Ger\u00e4t. Durch den durchsichtigen Plastik-Deckel war eine Musikkassette zu sehen.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Disco<\/strong><\/p><p>Abends tanzte Susi lustlos in der Disco des Hotels <em>Bel Azur<\/em>, einen Gin Tonic in der Hand. Das war ihr letzter Abend, die Ferien vorbei. Verstohlen musterte sie die Tanzenden. Sechs von ihnen hatte sie vor f\u00fcnf Tagen kennengelernt. Alle waren ganz nett und lustig. Zusammen hatten sie viel Spa\u00df gehabt. Eric aus Genf tanzte mit Anegret aus Schweden, strich ihr unaufh\u00f6rlich \u00fcber ihren beachtlichen Hintern. Mich\u00e8le aus Paris flirtete mit dem Clubleiter: dicker Schnauz, kohlrabenschwarze volle Haare, kurze Beine, Bauchansatz. Fand Mich\u00e8le den wirklich sexy? An der Bar sa\u00df Gerlinde aus Dortmund und stierte den Barkeeper aus tr\u00e4gen Augen an, erst vor einer Woche hatte sie ihren Mann verloren. Milena aus Mailand tanzte, in sich selbst verliebt, vor dem seitlichen Spiegel der Tanzfl\u00e4che. Viktoria aus Wien war auf Toilette, vermutlich zog sie dort eine Linie Koks rein. Verdrossen lie\u00df Susi ihre Aff\u00e4ren Revue passieren: Keine Beziehung hatte lange gehalten.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Discjockey<\/strong><\/p><p>Ihr Blick glitt zum Discjockey. Hatte er au\u00dfer schmalzigen Pop-Songs auch was Modernes im Repertoire, wie z.B. von Michael Jackson? Sollte sie zu ihm gehen und schauen, ob er ihr einen Wunsch erf\u00fcllen w\u00fcrde? Sein Hawaii-Hemd war so gar nicht nach ihrem Geschmack. Ihr Blick glitt zu den Goldketten um seinen Hals. Sie r\u00fcmpfte die Nase. Ihr Glas war leer. Sie lief zur Bar und bestellte sich einen neuen Gin Tonic.<\/p><p>Der Song war zu Ende. Die ersten Takte des n\u00e4chsten Lieds waren zu h\u00f6ren. Sie kannte die Melodie, bevor der Gesang einsetzte: \u201eIt\u2019s close to midnight\u201c, sang Michael Jackson. Eines der Lieder auf ihrer Lieblingskassette!<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Traummann<\/strong><\/p><p>Sie dankte dem Barkeeper und drehte sich zur Tanzfl\u00e4che um. Und dann sah sie <strong>IHN<\/strong>. Sein T-Shirt sa\u00df so eng, dass man sein Sixpack deutlich erkennen konnte, schwarze Wuschelhaare mit von der Sonne gebleichten Str\u00e4hnen, bronzefarbene Haut, Lippen zum K\u00fcssen sch\u00f6n, bernsteinfarbene Augen. Er sah verdammt gut aus. Ihr Traummann!<\/p><p>Mit hochgestrecktem Arm bedeutete er ihr, sie solle zu ihm auf die Tanzfl\u00e4che kommen. Beinahe h\u00e4tte sie ihren Gin Toni fallen lassen. Sie wagte kaum zu atmen. Mit weichen Knien lief sie zu ihm.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Amir<\/strong><\/p><p>\u00abJe suis Amir.\u00bb Seine Stimme klang tief und einschmeichelnd. \u00abDanse avec moi, ma belle.\u00bb<\/p><p>Sie musste lachen. Seiner Einladung konnte sie nicht widerstehen. Wie in Trance schmiegte sie sich an ihn, \u00fcberliess sich seiner F\u00fchrung. Tief sog sie seinen Duft ein. Er roch nach Meer.<\/p><p>Als der Song zu Ende war, blieben sie und Amir eng umschlungen stehen.<\/p><p>\u00abVien\u00bb, sagte er und fasste sie bei der Hand. Draussen nahm er sie in den Arm und k\u00fcsste sie. Sie fand es wundersch\u00f6n.<\/p><p>\u00abVien. Je connais un endroit, ou nous sommes seul.\u00bb Ich kenne einen Ort, wo wir allein sind.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Amphitheater<\/strong><\/p><p>Der Mond hing zwischen den funkelnden Sternen und leuchtete ihnen den Weg. Amir f\u00fchrte sie zum Amphitheater des Hotels, wo die abendlichen Shows f\u00fcr die Hotelg\u00e4ste aufgef\u00fchrt wurden. Sie schritten die Stufen bis zur B\u00fchne hinunter, blieben dort stehen. Amir schob den Vorhang zur Seite. Im Halbdunkel konnte sie kaum etwas sehen. Mit einem Feuerzeug aus seiner Hosentasche z\u00fcndete er eine Kerze an, die er irgendwo gefunden hatte.<\/p><p>Wie Verdurstende fielen sie \u00fcbereinander her. Seine Haut schmeckte tats\u00e4chlich nach Meerwasser. Sie genoss seine H\u00e4nde auf ihrer Haut. Sie war verloren.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Etwas sp\u00e4ter<\/strong><\/p><p>\u00abIch habe dich vor zwei Tagen schon einmal gesehen\u00bb, hauchte er an ihrem Ohr.<\/p><p>\u00abWo denn?\u00bb, fl\u00fcsterte sie.<\/p><p>\u00abVor der Tauchschule. Du hast dich beinahe nackt vor dem B\u00fcro des Direktors unter dem Wasserstrahl abgek\u00fchlt.\u00bb<\/p><p>\u00abDu hast mich gesehen?\u00bb<\/p><p>Er nickte und l\u00e4chelte schalkhaft.<\/p><p>\u00abHat mich sonst noch jemand gesehen ausser dir?\u00bb<\/p><p>Wieder nickte er und grinste. \u00abDer Direktor. Er sagte zu mir, es sei eine Schande, dass sich eine Frau so obsz\u00f6n auf dem Areal seiner Schule auff\u00fchre.\u00bb<\/p><p>\u00abDie Hitze. Ich hielt es nicht mehr aus. M\u00e4nner laufen doch auch mit nacktem Oberk\u00f6rper rum. Jedenfalls bei uns zuhause.\u00bb<\/p><p>\u00abHier bei uns nicht. Du bist hier in einem Land, wo sich Frauen noch bis vor wenigen Jahren verschleiern mussten.\u00bb<\/p><p>\u00abWas hast du von mir gedacht, als du mich halbnackt vor der Tauchschule gesehen hast?\u00bb<\/p><p>\u00abIch dachte nur: Das gibt \u00c4rger. Der Direktor ist n\u00e4mlich ein strenger Moslem. Er sagte zu mir: \u2019Schick sie weg. Aber schnell. Bevor ich die Polizei rufe.\u2019\u00bb<\/p><p>Sie verdrehte die Augen. Verstehe einer diese Araber. Pr\u00fcde sind sie sicher nicht immer.<\/p><p>Amir nahm sie wieder in seine Arme, k\u00fcsste sie z\u00e4rtlich. Wieder liebkoste er sie am ganzen K\u00f6rper. \u00abEncore une fois\u00bb, vernahm sie seine erotische Stimme, noch einmal.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Vier Stunden sp\u00e4ter<\/strong><\/p><p>Sie hatte keine Sekunde geschlafen, endlos lange an die Decke gestarrt, in Gedanken an Amir, und was sie miteinander geteilt hatten. Das hatte ihr noch gefehlt: Sie hatte Liebeskummer. Endlich hatte sie ihren Traummann gefunden und schon war er wieder weg.<\/p><p>Das Taxi zum Flughafen holte sie morgens um f\u00fcnf ab. Die ersten V\u00f6gel pfiffen schon. Noch trunken von ihrer Liebesnacht hatte sie w\u00e4hrend der stundenlangen Fahrt vom Hotel <em>Bel Azur<\/em> zum Flughafen von Tunis nicht schlafen k\u00f6nnen.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Entt\u00e4uschung<\/strong><\/p><p>Im Flugzeug sah sie, wie das Festland immer kleiner wurde und schliesslich dem offenen Meer wich. Die Distanz zu Amir immer gr\u00f6sser. Eine Tr\u00e4ne kullerte aus ihrem Augenwinkel \u00fcber die Schl\u00e4fe und rann auf ihre Bluse. Sie hatte nur eine einzige Nacht mit ihm gehabt. W\u00fcrde Sie ihn je wiedersehen? Bei dem Gedanken fiel ihr ein: Sie hatte seine Adresse nicht und er hatte die ihre auch nicht. Warum hatte sie nicht daran gedacht?<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Walkman<\/strong><\/p><p>Nachdenklich schaute sie auf ihren Walkman, in dem ihre liebste Musikkassette steckte. Auf einmal stutzte sie und schaute\u00a0 genauer hin. Es war nicht ihre <em>Thriller<\/em>-Kassette von Michael Jackson. Aber was war es dann f\u00fcr eine Kassette? Sie \u00f6ffnete das Kassettendach des Walkmans. Das war keine Kassette, die sie\u00a0 in die Ferien mitgenommen hatte. Die Schrift darauf war eindeutig arabisch. Arabische Lieder? Sie dr\u00fcckte auf die Play-Taste. Nein, es war keine arabische Musik. \u00dcberhaupt keine Musik. Die Spulen im Geh\u00e4use der Kassette klemmten, spielten das Magnetband, das auf ihnen aufgewickelt war, gar nicht ab.<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Nachricht<\/strong><\/p><p>Sie klaubte die Kassette heraus, um zu schauen, wo das Problem lag.\u00a0 Als sie das kleine zusammengefaltete Zettelchen dahinter entdeckte, schlug ihr Herz schneller: ein Fahrschein!\u00a0 Ihre H\u00e4nde zitterten, als sie\u00a0 \u00a0das Busticket umdrehte: \u00abSusi, je t\u2019aime, mon amour. Ich habe vom <em>Bel Azur<\/em> deine Adresse bekommen. Ich werde dich besuchen. Bald.\u00bb<\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Wahr oder nicht?<\/strong><\/p><p style=\"text-align: center;\">Die Geschichte hat sich im Sommer 1983 genauso abgespielt. \ud83d\ude0a<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine wahre Liebesgeschichte zum Selberlesen oder\u00a0Vorlesen lassen\u00a0 im Video Susi zog ihr T-Shirt aus, danach auch die Shorts. Das H\u00e4ufchen Stoff zu ihren F\u00fcssen, reckte sie die Arme hoch, um die leichte Brise, die vom Meer her wehte, in ihren verschwitzten Achselh\u00f6hlen zu sp\u00fcren. Viel Abk\u00fchlung brachte das nicht. 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